HEINRICH VON MINUTOLI 
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Der erste bisher bekannte urkundliche Beleg für eine Grabstelle gilt einem Kinde: Christian Tettschlag ist am 3. Januar im Jahre 1706 auf dem neuen Garnison-Kirchhofe begraben worden.
Die letzte Beisetzung für Olga Görler fand statt im Jahre 1961 auf einer Wahlstelle aus dem Jahre 1949. Ein Gang über den heutigen Friedhof ruft Assoziationen vor allem zu zwei Abschnitten deutscher Geschichte hervor:
1. Der Zeitabschnitt der napoleonischen Kriege in den Jahren 1806-1815, insbesondere aber die Zeit der Befreiungskriege 1813/15. Eine Reihe von Zeitzeugen dieser Ereignisse, als geistige Vorbereiter und Initiatoren oder als aktive Teilnehmer der Befreiungskriege bekanntgeworden, sind auf dem Friedhof beigesetzt. Hierzu gehören Namen wie von Boguslawski, von dem Knesebeck, von Holtzendorff, von Lützow, von Colomb, de la Motte Fouqué, Herwarth von Bittenfeld.
2. Der Zeitabschnitt des II. Weltkrieges. Direkt zählen hierzu die teils namenlosen, in den Massengräbern beigesetzten Opfer aus den letzten Tagen des Krieges, insbesondere gehören hierzu das Grab der jungen polnischen Widerstandskämpferin Sonia Horn und die nicht mehr vorhandene Grabstelle des im KZ Buchenwald 1942 ermordeten Juristen Dr. von Braun.

In der folgende Auflistung kennzeichnen die rot unterlegten Namen Personen, die in der Berliner Garnisonkirche beigesetzt wurden.

Johann Heinrich Freiherr Menu von Minutoli
Genralleutnant und Ägyptologe, geboren am 12. Mai 1772 in Genf, gestorben am 20. September 1846.
Nach dem Offiziersdienst in der preußischen Armee beendete von Minutoli nach einer Kriegsverletzung 1793 seine aktive Laufbahn. Er wurde zum Kadettencorps kommandiert und im Jahre 1811 als Major Gouverneur des Prinzen Carl von Preußen.
1820 begab sich von Minutoli im königlichen Auftrag auf eine lange vorbereitete wissenschaftliche Expedition nach Nordafrika.
Um die Jahrhundertwende war nicht zuletzt unter dem Einfluß Goethes die abendländische Kulturwelt vornehmlich der griechischen Antike verpflichtet, die altägyptische Kultur blieb hierbei im Schatten. Mit den napoleonischen Feldzügen in Ägypten erkannte man stärker den eigenständigen Wert dieser Kultur. In diesem Kontext ist die Expedition zu sehen. Es gelang von Minutoli als erstem Europäer die Stufenpyramide des Königs Djoser in Sakkara zu öffnen und zu erkunden. Sie gilt als das erste steinerne Monumentalbauwerk der altägyptischen Kultur. Aufgrund der archäologischen Erkundungen gelang es ihm, einen umfangreichen Schatz an Altertümern zu sammeln, um sie nach Deutschland zu bringen.

Johann Heinrich Freiherr Menu von Minutoli

Der größte Teil ging bei einem Schiffbruch in der Elbemündung verloren. Den kleineren Teil, der auf dem Landwege befördert worden war, verkaufte von Minutoli an den preußischen König. Auf diesem Grundstock aufbauend, wurde 1824 die Berliner Ägyptische Sammlung eingerichtet. Freiherr von Minutoli war 1820 zum Ehrenmitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften ernannt worden. Gedenkstein im Feld III.

Heinrich von Mintoli in Afrika

Franz Heinrich von Barfuß
Die Grabstelle ist die älteste, heute auf dem Friedhof noch vorhandene und exakt nachweisbare Begräbnisstätte. Im Sterberegister findet sich die für den Stil der damaligen Zeit typische Eintragung: Major im hochlöbl. Infantrie Regiment v. Kunheim, alt 55 J. gebürtig aus der Mittel-Marck, luth, Religion, hinterläßt angeblich 1 Frau Gemahlin, 1 Sohn und 2 Töchter, sind alle minorenne, wohnhaft vor dem Königstor in der ... Ekke ... gerade der Zuckersiederei Stüler, gestorben in der Nacht vom 10. auf den 11. Nov. an den Schlag-Fluß beerd. 14.11. auf unserem Garnison- Kirchhof. Das Grab liegt im Feld VI.

Friedrich Adolf Ludwig von Bismarck

(1766-1830, beigesetzt am 15.4. auf dem Berliner Offiziersfriedhof an der Linienstraße), Generalleutnant
Sohn des Rittmeisters Karl Alexander v. B. aus Schönhausen, 1779 Fahnenjunker im Kürassierregiment 7, 1786 Kornett,
1790 Sekondeleutnant, Teilnahme am Feldzug gegen Frankreich (Valmy) 1792/95, 1793 Premierleutnant,
1798 Stabsrittmeister beim Regiment Garde du Corps (KüR 13), 1801 Major, 1809 Kommandeur des
brandenburgischen Kürassierregiments, 1810 Roter Adlerorden, 1813 Generalmajor, 1814 Kommandeur von Leipzig,
1816 Generalleutnant


Johann Eberhard Ernst Herwarth von Bittenfeldt
Generalmajor, geboren am 16.12.1753, gestorben am 27.1.1833. Er war Kgl. preußischer Generalmajor, Teilnehmer an den Befreiungskriegen und Inspekteur der Garnison- und Reservebataillone zwischen Oder und Weichsel. Sein Ururenkel wird im 20. Jahrhundert zum Kreis der Widerstandskämpfer des 20. Juli gehören. Ab 1773 war H.v.B. Fähnrich, dann wie Karl Friedrich von dem Knesebeck Offizier im Infanterie-Regiment Herzog von Braunschweig, dessen Teilnahme am Feldzug gegen die französische Republik Goethe eindrucksvoll in der "Campagne in Frankreich" beschrieb.

Johann Eberhard Ernst Herwarth von Bittenfeldt


Albert von Boguslawski
Geboren am 24.12.1834, gestorben am 7.9.1905, Generalleutnant, Enkel des K. A. von Boguslawski. Er war ein bekannter Militärschriftsteller und setzte sich für eine zwei- statt dreijährige Dienstzeit ein. In seinem Buch "Armee und Volk 1806" versucht er nachzuweisen, daß nicht die Armee, sondern hauptsächlich die Zauderpolitik den Zusammenbruch Preußens verursacht hatte. Sein Grab befindet sich im Feld IV, zusammen mit seiner Ehefrau Camilla.

Karl Andreas von Boguslawski
Geboren am 19.9.1758, gestorben am 21.9.1817, Kgl. Preußischer Generalmajor. Er wirkte an der Seite Scharnhorsts an der Neugestaltung der preußischen Armee mit und war Leiter der Kriegsschule. Schriftstellerische Betätigung führte ihn u.a. zur Übersetzung von Vergils "Landbau" in Versen.

Karl Andreas von Boguslawski

Sein Haus in der Burgstraße war ein Mittelpunkt des geselligen Lebens in Berlin. Das Grab mit einem liegenden großen Stein als Grabmal liegt auf dem sogenannten Brauchitsch-Hügel, Feld IV, neben seiner Ehefrau Wilhelmine.

Wilhelmine von Boguslawski


Karl Leopold Heinrich Ludwig von Borstell
General der Kavallerie, Mitglied der Preußischen Staatsrats. Geboren am 30.12.1713, gestorben am 9.5.1844. Er war ein verdienter preußischer Offizier während der Befreiungskriege und ohne Frage ein entschiedener Patriot und ein Original im preußischen Offizierscorps, er zeichnete sich durch eigenwillige Entscheidungen aus. Seine Grabanlage ist nicht mehr vorhanden, die Stadt Berlin hat ihrem Ehrenbürger im Feld II einen Gedenkstein gewidmet.

Karl Leopold Heinrich Ludwig von Borstell


Ernst Sigismund von Boyen
Geboren am 27.7.1726, gestorben am 12.6.1806, Kgl. Preußischer General der Kavallerie, Onkel des Generalfeldmarschalls und preußischen Kriegsministers Leopold Herrmann Ludwig von Boyen (1771-1848). Das Grab befindet sich im Feld VI.


Ludwig Matthias Nathanael Gottlieb von Brauchitsch
Geboren am 7.5.1757, gestorben am 19.1.1827. Als Kgl. Preußischer Generalleutnant war er vom Jahre 1808 bis zu seinem Tode Kommandant, ab 1820 auch Gouverneur von Berlin. Damit war er auch Dienstherr der Garnisongemeinde. Sein Grabmal (Schinkel-Schule) gilt aus kunstgeschichtlicher Sicht als das bekannteste auf diesem Friedhof. Das Grab befindet sich im Feld IV.

Ludwig Matthias Nathanael Gottlieb von Brauchitsch

Christoph Heinrich Gottlob von Braun
General der Infanterie (1714-1798, beigesetzt im Gouverneursgewölbe der Berliner Garnisonkirche)
als Fähnrich in ahaltinischen, ab 1735 als Leutnant in preußischen Diensten (IR 27). 1746 Kompaniechef,
1767 Oberst und Kommandeur des IR 27, 1774 Chef des IR 13, 1777 Generalmajor, 1781 Kommandant von Berlin,
1784 Ritter des Schwarzen Adler-Ordens

Dr. Wilhelm von Braun
1883-1941, antifaschistischer Jurist, ermordet im KZ Buchenwald. Seine Urne befand sich in der Familiengruft von Braun/von Gersdorf (Feld IV), die nicht mehr vorhanden ist.

Johann Georg Emil von Brause
(1774 - 1836, beigesetzt am 13.4. auf dem Alten Offizierskirchhof) Generalmajor, Kommandeur des Berliner Kadettenkorps 1817
Sohn eines preußischen Offiziers, 1788 Eintritt in die Académie militaire, 1794 Fähnrich im IR 18, 1796 Sekondeleutnant,
1805 Generaladjutant beim Generalmajor von Knobelsdorff, 1807 Stabskapitän, 1808 dem Generalstab zugeordnet, enge Zusammenarbeit mit den Obersten von Scharnhorst, von Massenbach. Als umfassend gebildeter Offizier setzte sich von Brause entschieden für grundlegende Veränderungen im System der Aus-und
Weiterbildung des preußischen Offizierskorps ein. Adjutant der Generäle von Blücher, von Bülow, 1811 Major, 1812 Orden Pour le mérite, 1813 Gouverneur des Prinzen Wilhelm, Adjutant beim General von L'Estocq, 1817 Roter Adlerorden, Kommandeur des Kadettenkoprs, 1818 Oberst, 1825 Generalmajor, 1834 Direktor der Allgemeinen Kriegsschule zu Berlin


Peter von Colomb
Geboren am 19.7.1775, gestorben am 12.11.1854. Er war hugenottischer Abstammung, verwandt mit der Mutter der Brüder Humboldt und ein Schwager Blüchers. Als Rittmeister und Kampfgefährte Lützows nahm er in den Jahren 1813/14 an den Befreiungskriegen teil und zeichnete sich als Anführer einer Freischar aus. Er war zuletzt General der Kavallerie und ab 1841 Kommandant von Berlin. Sein Grab befindet sich im Feld VI.

Peter von Colomb

Johann Wilhelm von Dittmar
(
1725-1792, beigesetzt am 6.2. in der Berliner Garnisonkirche) Generalmajor,
1744 Eintrit in das Feldartilleriekorps, 1748 Sekondeleutnant, 1761 Kompaniechef und Stabskapitän,
1778 Oberstleutnant und Kommandeur des AR 3, 1782 Oberst, 1785 Chef AR 3, 1785 Chef AR 1 und Generalinspekteur Artillerie,
1786 Erhebung in den erblichen Adelsstand, 1788 Generalmajor, Direktor des 3. Departements im Oberkriegskollegium, Vater von 19 Kindern

Friedrich Albrecht Gotthilf Freiherr von Ende
Generalleutnant
, geboren am 15.2. 1765, gestorben am 4.10. 1829.
Der Sohn eines Staatsministers des Kurfürsten von Hannover und Königs von England und einer Gräfin von der Schulenburg war nach dem Besuch der Kadettenanstalt Kavallerieoffizier im Dragoner-Regiment von Estorff. Mit 17 Jahren wurde er Leutnant, trat später in belgische Dienste und kämpfte in der belgischen aufständischen Armee 1790 gegen Österreich. In den hannoverschen Dienst als Rittmeister und Oberadjutant zurückgekehrt, nahm er an den Feldzügen gegen Frankreich 1792/1794 teil, erlitt beim Sturm auf Frankfurt/Main eine Verwundung und erhielt im Dezember 1792 den Orden Pour le Mérite.
1798 zum Major befördert, bemühte er sich um die Aufnahme in die preußische Armee, die aber trotz energischer Fürsprache Scharnhorsts beim preußischen König erst 1803 erfolgte.
Als Major im Berliner Regiment Garde du Corps war Major von Ende aktiver Teilnehmer der Bildungs- und Strukturreform-Versuche in der preußischen Armee zwischen 1803 und 1806, er war Mitglied in der von Scharnhorst geführten „Militärischen Gesellschaft zu Berlin“ und stand in engem Kontakt zu jungen reformfreudigen Offizieren wie Clausewitz, Rühle von Lilienstern, Boyen und Knesebeck. Die Niederlage in der Schlacht bei Auerstedt am 14. Oktober 1806 und den Zusammenbruch von Armee und Staat Preußens erlebte von Ende als Eskadronchef im Dragonerregiment Nr. 1 König von Bayern. Mit Erlaubnis Scharnhorsts und des Königs scheidet von Ende 1808 aus der preußischen Armee aus und wird am Hofe des Herzogs von Weimar Hofmarschall der Großfürstin Maria Pawlowna, wirkt in dieser Position zusammen mit anderen preußischen Offizieren wie Rühle von Lilienstern und von Müffling konspirativ gegen die französische Besetzung. Sowohl in den Briefsammlungen Goethes als auch des Herzogs Karl August von Weimar sind wertvolle Zeugnisse der Tätigkeit von Endes zu finden, insbesondere über den Gedankenaustausch zu mathematischen und naturwissenschaftlichen Themen.
Mit dem Ausbruch des Krieges 1813 kehrt von Ende in das preußische Heer zurück, wird Generalstabsoffizier bei Blücher, ab 1814 bei Yorck. Den Rang eines Obersten erhält er 1814, den eines Generalmajors 1815, gleichzeitig wird er Kommandant und Landwehrinspekteur von Köln. 1825 wird er als Generalleutnant in den Ruhestand versetzt.
Am 4. Oktober 1829 starb General von Ende in Berlin, sein Grab befindet sich auf dem Alten Garnisonfriedhof, die Grabstelle liegt im ehemaligen Nordfeld, heute Feld I. Das Grabmal ist nicht mehr vorhanden.
Hinweise auf die Beisetzung von Endes auf dem Garnisonfriedhof ergaben sich vor einigen Jahren im Zusammenhang mit Recherchen zu den Mitgliedern der „Militärischen Gesellschaft zu Berlin“ in den Beisetzungslisten der Berliner Garnison.
Leider ist es bisher nicht gelungen, ein Porträt des Generals von Ende zu entdecken.

Friedrich Heinrich Carl Baron de la Motte Fouqué
Geb. am 12.02.1777, gestorben am 23.01.1843. Er entstammte einer adligen hugenottischen Emigrantenfamilie. Der Großvater war General unter Friedrich II. Fouqué war ab 1794 acht Jahre im aktiven Militärdienst. 1813 meldete er sich für die freiwilligen Verbände gegen Napoleon. Ende 1813 quittierte er den Dienst aus gesundheitlichen Gründen. Zu seinem militärischen Freundeskreis zählten u.a. von Gneisenau, von Valentini und von dem Knesebeck.
Im Januar 1803 heiratete Fouqué Karoline Rochow, geborene von Briest. Wohnsitz war nun für etwa 30 Jahre Schloß Nennhausen. Fouqué arbeitete als Schriftsteller und Herausgeber. Nennhausen wurde Treffpunkt für einen literarischen Freundeskreis. Von der Vielzahl romantischer Dichtungen ist das bis in die Gegenwart bekannteste Werk "Undine". Dieses 1811 entstandene Kunstmärchen wurde von E.T.A. Hoffmann und A. Lortzing vertont. H.W. Henze erarbeitete daraus ein Ballett.
Das Grab befindet sich im Feld III.

Friedrich Heinrich Carl Baron de la Motte Fouqué


Johann Friedrich Friedel

Von Johann Friedrich Friedel (1722-1793) war unter Fachleuten sicher, dass er als Mitarbeiter Knobelsdorffs seine Spuren im Park von Rheinsberg, beim Schlossbau von Zerbst, im Park von Sanssouci in Potsdam und in der Stadt Berlin hinterlassen hatte. Den Besuchern des Offizierskirchhofs der Berliner Garnison an der Linienstraße war sein Grabmal nur als “anonymer Urnenhügel” aufgefallen, da nur Lebensdaten, nicht aber Namen im Sockel eingemeißelt waren. Recherchen stellten die Verknüpfungen her - Friedel und seine Söhne Carl Friedrich und Johann Friedrich Julius Wilhelm verbergen sich hinten den Daten. Für den zweiten der königlichen Bauadjutanten in den Reihen der Berliner Garnisongemeinde hätte es doch mehr Gründe als für seinen Kollegen Richter gegeben, in der Kirche beigesetzt zu werden - angesichts seiner Verdienste um den Ausbau der Garnisonschule im Jahre 1785. Aber sein Grab befindet sich auf dem Kirchhof.

Emil Frommel
Geboren am 5.1.1828, gestorben am 9.11.1896. Er war der Sohn des Zeichners, Stahlstechers und späteren Direktors der Großherzoglichen Kunstgalerie in Karlsruhe, Karl Frommel. Seit 1869 war Emil Frommel Garnisonprediger und ab 1872 Hofprediger in Berlin. Im deutsch-französischen Krieg 1870/71 wurde er zum Soldaten in seines Königs schwarzem Rock und zog mit ins Feld. Die reaktionäre Allianz von Thron und Altar, das Segnen von Fahnen und Standarten, fanden in ihm einen Verfechter. Gleichwohl verstand er es, seine Erlebnisse volkstümlich in Wort und Schrift festzuhalten. Dies brachte ihm das Attribut eines Volksschriftstellers ein. An seinem Wohnhaus, Burgstraße 21, erinnert eine Tafel an sein Wirken. Sein Grab befindet sich im Feld IV.


Gero Erdmann Constantin von Gersdorff
Geboren am 10. Mai 1913 - Gestorben im Lazarett nach Fluzeugabsturz am 9.1. 1942, Rittmeister im 9. Kavallerieregiment, Mitverschwörer der Widerstandsgruppe Henning von Tresckow. Beigesetzt mit militärischen Ehren auf dem Garnisonfriedhof.

Gero Erdmann Constantin von Gersdorff

Levin von Geusau (1734–1808)

Der spätere Chef des Generalstabs der preußischen Armee wurde als Sohn eines markgräflich badischen Landvogts im thüringischen Creutzburg (bei Eisenach) geboren, begann seine militärische Laufbahn mit 18 Jahren im Füsilierregiment Nr. 40 (von Kreytz) und nahm als Fähnrich, Sekondeleutnant und schließlich Kapitän und Stabsoffizier (Quartiermeistersleutnant) am Siebenjährigen Krieg teil. König Friedrich II. erkannte sehr früh die kartographischen und zeichnerischen Fähigkeiten des jungen Offiziers, beförderte ihn zum Major, kurz vor seinem Tode im Jahre 1786 zum Obersten und setzte ihn kontinuierlich zu Generalstabsarbeiten in seiner Suite ein.
Friedrich Wilhelm II. ernannte Geusau zu seinem Generaladjutanten, 1790 zum Generalmajor sowie zum Chef des Feldjägerkorps. Ab November 1790 versetzte ihn der König in das Ober-Kriegs-Direktorium und übertrug ihm die Leitung des Ersten Departements mit der Konsequenz des Ausscheidens aus dem aktiven Armee-Dienst. Schon 1796 wird Geusau reaktiviert, zum Generalleutnant befördert und zum Chef des preußischen Generalstabs (Generalquartiermeister) und Generalinspekteur sämtlicher Festungen ernannt. Auch das Ingenieurkorps wurde ihm unterstellt, so daß General von Geusau eine Fülle an strategischen Entscheidungen zu verantworten hatte – eine Situation, an der er besonders in den Jahren unmittelbar vor 1806 scheitern mußte. Diese Überforderung wurde schon 1792/94 sichtbar, als Geusau für die logistische Vorbereitung der Feldzüge gegen Frankreich und Polen zuständig war, diese Tätigkeit vorwiegend aus den Büros des Oberkriegskollegiums erfolgte und nach dem Urteil der Militärexperten wenig Kreativität aufwies.
Die offensichtlichen Schwächen der Stabsarbeit unter dem strategisch unbeweglichen und unter seinem Alter leidenden Geusau wurden durch Scharnhorst und seine reformfreudigen Mitarbeiter zwischen 1801 und 1806 zum Ausgangspunkt ihrer Bemühungen um grundlegende Veränderungen gemacht, ohne daß sie aufgrund der gesellschaftlichen Strukturen des alten Preußens reale Möglichkeiten zur Umsetzung hatten.

General von Geusau hatte durch seine starre Haltung, durch sein Unvermögen zu einer realistischen Lagebeurteilung und vor allem durch seine Ablehnung der Vorschläge Scharnhorsts zu dringlichen Stabsaktivitäten noch im Sommer 1806 unmittelbar zu den verheerenden Niederlagen von Jena und Auerstedt beigetragen. Im Dezember 1806 zog er die Konsequenz für sein Versagen, beantragte seine Entlassung aus allen Dienststellungen und zog sich ins Privatleben zurück. Am 30. Dezember 1808 wurde von Geusau auf dem Offiziersfriedhof an der Linienstraße beigesetzt.

Karl Ludwig Bogislaw von Goetze

(1743-1806, beigesetzt am 18.Februar 1806 in der Berliner Garnisonkirche, Gouverneursgewölbe) Generalleutnant, Kommandant von Berlin
Der Sohn eines preußischen Generals begint seine militärische Laufbahn 1758 als Gefreiterkorporal im IR 36,
wird 1763 Leutnant und 1764 in den Generalquartiermeistersatb in die Nähe des Königs nach Potsdam versetzt.
1783 Kapitän und Kompaniechef im IR 4, 1787 Quartiermeisterleutnant, Orden Pour le mérite im Feldzug in Holland.
1789 zum Obersten befördert und als Militärberater in die Türkei entsandt.1793 zurück aus der Türkei, Teilnahme an den Feldzügen gegen Frankreich, 1794 Generalmajor, Roter Adlerorden, Chef des IR 18, Feldzug gegen den polnischen Aufstand, 1798 Kommandant von Berlin, 1800 Generalleutnant

Georg Goens
Geboren am 15.4.1859, gestorben am 26.7.1918. Er war Nachfolger Frommels im Garnisonpfarramt. Mit der "Geschichte der Königlichen Berlinischen Garnisonkirche", erschienen 1897, hatte er sich um die Geschichte der Garnisongemeinde verdient gemacht. Sein Grab befindet sich im Feld IV.

Karl Franz Freiherr von der Goltz

1740-1804 , (beigesetzt 17.4. in der Gruft der Garnisonkirche) Generalleutnant, Geh. Staats- und Kriegsminister

1758 Kornett im Regiment Garde du Corps, 1762 Leutnant, 1770 Abschied, Eintritt in die polnische Armee, polnischer Generaladjutant, 1787 Rückkehr ins preußische Heer, Oberst der Kavallerie, Intendant im Oberkriegskollegium, 1789 in den Grafenstand erhoben, 1793 Generalmajor, 1794 Generalintendant, 1798 Generalleutnant, 1799 Kriegsminister, Direktor des 1. Departements des Oberkriegskollegiums, 1803 Roter Adlerorden,


Karl Ludwig Gontard
Preußischer Oberstleutnant, geboren am 30.7.1764, gestorben am 1.3.1839. Als Platzmajor übergab er im Jahre 1806 die Stadt Berlin den heranrückenden französischen Truppen. Umstritten blieb sein Verhalten. Er war ein Sohn des Baumeisters Carl Philipp Christian von Gontard (1731-1791). Ehrenbürger der Stadt Berlin. Seine Grabanlage ist nicht mehr vorhanden, die Stadt Berlin hat ihm einen Gedenkstein gewidmet.

Karl Ludwig Gontard


Julius August Reinhold von Grawert

(1746 -1821) General von der Infanterie, Ritter des Ordens Pour le mérite (1789), Ritter des Ordens vom Schwarzen Adler (1810)

Grawert

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Eberhard von Hager
Generalleutnant (1723 - 1790) , beigesetzt in der Berliner Garnisonkirche
1742 Fähnrich im IR 22, 1757 Kompaniechef, 1768 Kommandeur des IR 22, Ritter des Ordens Pour le mérite, 1776 Oberst, 1783 Chef des IR 38, 1784 Generalmajor, 1790 Generalleutnant und Direktor des 1. Departements im Oberkriegskollegium

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Karl Friedrich von Holtzendorff
Generalleutnant, Geboren am 17. August 1764, gestorben am 26.9.1828. Seine militärische Laufbahn begann er im Artillerieregiment I. Er war Teilnehmer des Feldzuges gegen den polnischen Aufstand von 1794 und der Feldzüge von 1806 und 1813/15 gegen Napoleon. Ab 1825 war Holtzendorff Generalinspekteur des preußischen Militärerziehungs- und Bildungswesens. Die künstlerisch hochwertige Bronzetafel an seinem Grabstein trägt die Inschrift: Dem General Lieutenant von Holtzendorff - die Offiziere der Artillerie MDCCCXXIX. Er befindet sich im Feld III.

Friedrich Adolf Graf von Kalckreuth

1737-1818, beigesetzt am 13.6. in der Garnisonkirche Berlin, General-Feld-Marschall und Gouverneur Berlins
Vater kursächsischer Major, 1752 Eintritt in die Armee im Garde du Corps als Standartenjunker, 1753 Kornett, 1757 Leutnant, 1758 Generaladjutant beim Prinzen Heinrich von Preußen, 1760 Rittmeister, 1762 Major, 1769 Eskadronchef im Dragonerregiment 8, 1775 Oberstleutnant, 1782 Oberst, Kommandeur Dragonerregiment Nr. 8, 1784 Chef des Kürassierregiments Nr. 7, 1785 Generalmajor, 1786 in den Grafenstand erhoben, 1788 Chef des Dragonerregiment Nr. 5, Generalinspekteur der west- und ostpreußischen Kavallerie, 1790 Generalleutnant, 1792 Roter Adlerorden, Teilnahme am Feldzug gegen Frankreich 1792/95 (Mainz, Kaiserslautern), 1793 Schwarzer Adlerorden für Mainz (24.7.1793), 1795 Gouverneur von Danzg und Thorn, 1798 General von der Kavallerie, 1807 Verteidigung von Danzig gegen Napoleon, Orden Pour le mérite, Russ. Alexander-Newski-Orden, Schwedischer Schwert-Orden, Generalfeldmarschall, Gouverneur von Königsberg, Kommandierender General von Ostpreußen und Litauen, 1809 Gouverneur von Berlin, 1813 Gouverneur von Breslau, 1814 Berlin

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Christoph Wilhelm von Kalckstein

1682-1759, beigesetzt in der Berliner Garnisonkirche, Feld-Marschall
1702 Eintritt in das hessen-kasselsche Grenadierregiment, 1704 Adjutant beim Erbprinzen von Kassel, 1709 Übertritt in die preußische Armee, eingestellt als Major IR 5, 1715 als Oberstleutnant zum IR 1 versetzt, 1718 Oberst, Gouverneur beim Kronprinzen Friedrich, 1723 Kommandeur IR 1, gleichzeitig Gouverneur beim Kronprinzen, 1729 Chef IR 25, Ende der Tätigkeit als Gouverneur, 1733 Generalmajor, 1736 Oberaufsicht Berliner Charité, 1741 Generalleutnant, Schwarzer Adlerorden für Brieg am 9.5., 1745 General von der Infanterie, Gouverneur von Glogau, 1747 Generalfeldmarschall

James von Keith, Feldmarschall

Geboren auf Schloss Inverugie (Schottland) am 11. Juni 1696, beteiligt am bewaffneten Aufstand der Anhänger der Stuarts gegen die englische Krone. Nach Mißlingen der Aktion mußte er nach Frankreich fliehen, trat in spanische Dienste, ab 1728 als General, später Feldmarschall in der russischen Armee. 1743 Botschafter Rußlands in Schweden, ab 1747 am Hofe Friedrichs II. In Potsdam. Der preußische König befördete ihn zum Feldmarschall, zeichnte ihn mit dem Schwarzen Adlerorden aus und ernannte ihn 1749 zum Gouverneuer der Festung Berlin.

James von Keith, nach einem Gemälde von Antoine Pesne

Am 14. Oktober 1758 in der Schlacht von Hochkirch gefallen, beigesetzt in den Grüften der Berliner Garnisonkirche. Die mumifizierte Leiche des Feldmarschalls wurde von Menzel 1873 in den Grüften der Garnisonkirche gezeichnet.

James von Keith, gezeichnet von Menzel

Friedrich Heinrich Ferdinand Emil Graf Kleist von Nollendorf

1772-1823, beigesetzt am 20.2. in der Garnisonkirche, 1821 Ehrenbürger der Stadt Berlin, Sohn des Domdechanten Brandenburg/Havel Geheimer Rat Friedrich Conrad v.Kleist, Mutter eine geb. von Schwerin,
1775 Page am Hofe des Prinzen Heinrich, 1778 Fähnrich im IR 46, 1783 Sekondeleutnant, 1784 Adjutant, 1790 Generalstab, 1792 Kapitän, Teilnahme am Feldzug gegen Frankreich 1792/95, 1792 Orden Pour le mérite, 1793 Inspektionsadjutant bei General von Möllendorff, 1795 Major, 1796 Aufnahme in den Johanniterorden, 1799 Bataillonskommandeur im IR 13, 1803 Generaladjutant (Infanterie) bei König Friedrich Wilhelm III., 1805 Oberstleutnant, 1806 Oberst, Jena/Auerstedt, 1808 Generalmajor und Chef der niederschlesischen Brigade, 1809 Stadtkommandant von Berlin, 1810 Roter Adlerorden Klasse III, 1812 Rußlandfedzug, Befehlshaber der Infanterie des mobilen Korps, Roter Adlerorden Klasse II und I, Orden der Ehrenlegion, Generalleutnant, Feldzüge 1813/15: 1813 Kommandant des mobilen Armeekorps, EK II, EK I für Bautzen, Schwarzer Adlerorden für Kulm, 1814 Chef IR 6, General der Infanterie, Nachfolger des General von Yorck als Befehlshaber der preußischen Truppen, 1814 Erhebung in den Grafenstand "Graf Kleist von Nollendorf", 1821 Ruhestand mit dem Titel Generalfeldmarschall

Karl Friedrich von dem Knesebeck

Geboren am 5.5.1768, gestorben am 12.1.1848. Er war als Oberst Generaladjudant des Königs Friedrich Wilhelm III. und beteiligte sich in den Befreiungskriegen am Zustandekommen des Bündnisses zwischen Preußen und Rußland gegen Frankreich. In der Militärgeschichte wurde ihm der Plan zugeschrieben, Napoleon in die Weiten Rußlands zu locken, um ihn hierdurch strategisch zu besiegen. Die französische Kriegsgeschichtsschreibung soll v.d. Knesebeck gleichfalls als Urheber dieses Feldzugsplanes ansehen. Allerdings bescheinigten ihm Gneisenau und Mehring eine zögernde Haltung, Fontane dagegen rühmte seine Entschlußkraft. Ein Jahr vor seinem Tode wurde er zum Generalfeldmarschall befördert. Die Eintragung im Begräbnisregister lautet:

„19.1.1848 Generalfeldmarschall Freiherr von dem Knesebeck, Exz. Marienplatz im Gitter links neben der verst. Gemahlin“ Das Grab befindet sich im Feld III,

Adolphine Susanne Luise Karoline Johanna von dem Knesebeck

Valmy, September 1792

Unter den Offizieren, die in der Garnisonkirche oder auf dem -friedhof bei¬gesetzt wurden, sind auch solche Persönlichkeiten, die an den Feldzügen Preußens gegen das revolutionäre Frankreich 1792-1794 und gegen die polnischen Aufständischen 1794 teilnahmen und in ihren Lebenserinnerungen, ihren Briefen oder ihren militärhistorischen Analysen eindrucksvoll Schilderungen der Feldzüge, der politischen Entwicklungen und vieler persönlichen Details ihres Offiziersdaseins hinterlassen haben.

Der bekannteste unter ihnen war der damalige Leutnant Karl Friedrich von dem Knesebeck (1768–1848). Einer der Schnittpunkte der Geschichte der preußischen Armee und der Biographien ihrer Offiziere war die Kanonade von Valmy am 20. September 1792, die durch Goethes bekannten Satz "Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen" Berühmtheit erlangte. Dabei gewesen sind zusammen mit K. F. v. d. Knesebeck in den preußischen Regimentern vor Valmy: Heinrich von Minutoli (1772-1846), Carl Andreas von Boguslawski (1758-1817), Georg Friedrich Ludwig von Tempelhoff (1737-1807), Johann Eberhard Ernst Herwarth von Bittenfeld (1753-1833), Heinrich Christoph Karl Hermann Graf von Wylich und Lottum (1773-1830), Friedrich Adolf Ludwig von Bismarck (1766-1830), Johann Carl Ludwig Braun (1771-1835), Johann Wilhelm von Krauseneck (1774-1850), Johann Otto Heinrich von Schmidt (1758-1841), Ludwig Mathias Nathaniel Gottlieb von Brauchitsch (1757-1827), Peter von Colomb (1775-1854), Karl Ludwig von Oppeln-Bronikowski (1766-1842), Karl Leopold Heinrich Ludwig von Borstell (1774-1844), Ludwig Ernst Philipp von Toll (1775-1851).

Von denen, die in den Grüften der Garnisonkirche beigesetzt wurden, hatten Friedrich Heinrich Ferdinand Graf Kleist von Nollendorf (1772-1823), Karl Ludwig Bogislaw von Goetze (1743-1806), Karl Franz Freiherr von der Goltz (1740-1804), Anton Wilhelm von L'Estocq (1738-1815), Friedrich Adolf Graf von Kalckreuth (1737-1818) an diesen Feldzügen teilgenommen.

IV/79 Karl Friedrich von dem Knesebecks Brief an Gleim in Halberstadt aus dem Lager bei Verdun, 3. September 1792, also drei Wochen vor Valmy . Der Brief, geprägt von den Illusionen des preußischen Offizierskorps, beginnt mit den Worten: „Die größten Schwierigkeiten sind gehoben, zwei Festungen sind in unseren Händen. Es hält uns nichts mehr auf, gerade nach Paris zu gehen!“

Eine Kriegsheirat 1815

Auch in Kriegszeiten wurde in der Garnisonkirche getauft, getraut und getrauert. Karl Friedrich von dem Knesebeck, Königlich-Preußischer Oberst im Generalstab, heiratete im Alter von 49 Jahren am 7. Mai 1815, acht Wochen nach der Rückkehr Napoleons von Elba und sechs Wochen vor der Schlacht von Waterloo, die damals 42jährige Adolphine, geborene von Klitzing, geschiedene von Werdeck - eine Jugendfeundin Heinrich von Kleists.

Adolphine Susanne Luise Karoline Johanna von dem Knesebeck
Ehefrau des Generals von dem Knesebeck, gesch. von Werdeck, geb. von Klitzing
Geboren am 27.9.1772, gestorben am 26.3.1844.
Als Tochter des preußischen Generalmajors Karl Friedrich von Klitzing (1728-1786) wächst Adolphine (Schreibweise auch Adolfine) auf dem Familiengut Schorbus in der Nähe von Cottbus auf und kommt in ihrer Jugend in enge freundschaftliche Beziehung zu Heinrich von Kleist. 1791 heiratet sie den preußischen Kriegs- und Steuerrat Christoph Wilhelm von Werdeck, einen trockenen Beamten, der ihren geistigen Ansprüchen nicht gerecht wird und von dem sie sich schließlich 1813 scheiden läßt. Während der Potsdamer Amtszeit ihres Ehemanns wird sie enge Vertraute der preußischen Königin Luise; in dieser Zeit und auf mehreren Auslandsreisen kommt es zu weiteren intensiven Kontakten zu H. V. Kleist und seinem Kreis und zu einem regen Briefwechsel. Überliefert sind Stellen aus dem Tagebuch einer Schweizreise Adolphine von Werdecks vom August 1803, in der sie die Begegnung mit Heinrich von Kleist schildert.
Heinrich von Kleist hatte in ein Exemplar von Moses Mendelssohns „Phädon“ seiner Freundin Adolphine von Werdeck die folgende Widmung geschrieben: „Wo die Nebel des Trübsinns grauen, flieht die Teilnahme und das Mitgefühl. Der Kummer steht einsam und vermieden von allen Glücklichen wie ein gefallener Günstling. Nur die Freundschaft lächelt ihm. Denn die Freundschaft ist wahr, und kühn, und unzweideutig. H.K.“
Im Jahre 1815 heiratet Adolphine, die geschiedene von Werdeck, den damaligen preußischen Obersten Karl Friedrich von dem Knesebeck (1768 – 1848), lebt in Berlin und entwickelt eine rege schriftstellerische Produktion. Leider sind die meisten Briefe, Tagebücher und Reisebeschreibungen verloren.

Adolphine Susanne Luise Karoline Johanna von dem Knesebeck

Die Berliner Dichterin und Novellistin Helene von Hülsen (1829 – 1892), Gemahlin des preußischen Offiziers und Theaterintendanten Botho von H. (1815 – 1886) hatte in der Wochenschrift „Der Bär von Berlin“ in den Jahrgängen 1889/90 in einer Fortsetzungsfolge Briefe Adolphines von dem Knesebeck aus den Jahren 1825 bis 1840 an Familienangehörige veröffentlicht, die ein interessantes Bild der Berliner Hof-, Diplomaten- und Militär-Gesellschaft zeichnen und auch den lebendigen Stil der Jugendfreundin Heinrich von Kleists verdeutlichen. Die Schriftstellerin H.v. Hülsen charakterisiert ihre Großtante mit bewundernden Worten: „Adolfine von dem Knesebeck, geborene von Klitzing, war eine durchaus eigentümliche, in ihrer Art einzige Erscheinung ... Ungewöhnliche Schärfe des Verstandes, Güte des Herzens, eigenartige Lebensverhältnisse und Schicksale hatten diesen Charaktere so originell und scharf ausgeprägt, daß er der Mehrzahl der Fernerstehenden ein unlösbares Problem blieb, und selbst in ihrem engeren Familienkreise oft nicht verstanden wurde. In den Kreisen des Hofes ihres oft beißenden Witzes halber mehr gefürchtet als geliebt und bewundert, zeigte Adolfine von dem Knesebeck ihr warmes, für alle, die sie liebte, so opferfähiges Herz nur wenigen in seinem ganzen Reichtume ...“ In der Vorrede zu der Briefsammlung hatte übrigens Helene von Hülsen sehr beredt die Begegnung ihrer Großtante mit dem damaligen ersten Konsul Bonaparte in Paris geschildert – für die Familie ein Ereignis von welthistorischer Bedeutung.


Johann Wilhelm von Krauseneck
General der Infanterie, Chef des Preußischen Generalstabes von 1829 bis 1850. Geboren am 13. Oktober 1774, gestorben am 2. November 1850.
Seine militärische Laufbahn begann er als Artillerist, Ingenieur und Topograph in Ansbach, Teilnahme Feldzug gegen die französische Republik 1793/94, Offizier im Generalstab ab 1813, Kommandant der Festungen Graudenz und Mainz 1812/1814. Krauseneck gehörte im 19. Jahrhundert zu den angesehensten Offizieren der preußischen Armee.
Die Grabstelle ist nicht erhalten.

Johann Wilhelm von Krauseneck


Friedrich Karl von Langenair

(1737 - 1802) Generalmajor, Ritter des Ordens Pour le mérite, beigesetzt in den Grüften der Berliner Garnisonkirche

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Anton Wilhelm von L'Estoq

Am Dienstag, d. 10. Januar 1815 meldeten die „Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen“: „Am 5ten dieses, früh um ein Viertel auf 6 Uhr, endigte eine Lungen-Entzündung das thatenvolle Leben Sr. Exzellenz des Generals der Cavallerie, Ritters des Königl. großen schwarzen und des rothen Adler-, imgleichen des Verdienst-Ordens, auch des Russischen St. Alexander-Newsky und Stt. Georgen-Ordens zweiter Klasse, Domprobst zu Brandenburg etc. etc., Herrn Anton Wilhelm von L’Estocq, im 77sten Jahre seines Alters.“
Geboren 1738 in Celle als Sohn eines preußischen Offiziers hugenottischer Abstammung, trat L’Estocq 1757 als Fahnenjunker in das Berliner Regiment Gensd’armes ein und nahm im Siebenjährigen Krieg an den Schlachten von Zorndorf, Kunersdorf und Torgau teil. 1761 erhielt er für das Gefecht bei Langensalza den Orden Pour le mérite. Im Jahre 1768 wurde er Premierleutnant und in das Regiment des Husaren-Generals von Zieten versetzt, dessen Adjutant er wurde. In kürzester Zeit durchlief er die Stationen Stabsrittmeister, Major und Oberstleutnant, schließlich ernannte König Friedrich Wilhelm II. 1790 den Husarenoffizier L’Estocq zum Obersten und Bataillonskommandeur im Regiment von Eben (Husarenregiment Nr. 2).
Im Feldzug gegen Frankreich 1793/94 nahm er an den Gefechten bei Kaiserslautern, Morsbrunn und Trippstadt teil und wurde 1794 Kommandeur des Husarenregiment Nr. 2. Nach dem Frieden von Basel (1795) war das Regiment Nr. 2 Bestandteil des Armeekorps in Westfalen, das die Demarkationslinie zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich überwachte.
1803 wurde der inzwischen zum Generalmajor avancierte L’Estocq im nach der dritten polnischen Teilung gewonnenen Neu Ostpreußen eingesetzt und zum Chef des Husarenregiments Nr. 9 sowie zum Oberkommandierenden aller in diesem Gebiet stationierten preußischen Truppen ernannt.

von L'Estocq

1805 erreichte er den Rang eines Generalleutnants, den Feldzug 1806/07 erlebte er in der Schlacht bei Preußisch-Eylau, dort konnte er mit dem Schwarzen Adler Orden ausgezeichnet werden.
L’Estocq war einer der wenigen Generale, die ihren Rang nach dem Zusammenbruch der alten preußischen Armee behalten durften. 1807 belohnte ihn der König darüberhinaus mit der Domprobstei von Brandenburg/Havel und ernannte ihn zum Mitglied der Immediatkommission zur Untersuchung der Kapitulationen und sonstiger Ereignisse des letzten Krieges.
Einen der Höhepunkte der militärischen Karriere des Generals von L’Estocq bildete die Berufung zum Gouverneur der Residenz Berlin am 12.11. 1808. Im Jahre 1815 starb L’Estocq in Berlin und wurde am Sonntag, d. 8. Januar in den Grüften der Garnisonkirche mit feierlichen Ehren bei Anwesenheit der königlichen Prinzen und der Berliner Generalität beigesetzt.

Friedrich von Lingelsheim
Generalleutnant, geboren am 13. November 1755, gestorben am 13. Januar 1835.
Seine Karriere begann Lingeslheim als Kadett in Berlin, nahm als Fähnrich am Feldzug 1778/79 teil, wurde 1798 Kommandeur des Kadettenkorps Berlin. Als Chef sämtlichen Kadettenanstalten Preußens seit 1806 hat er sich Verdienst um die Modernisierung der Lehrpläne und die Verbesserung der sozialen Lage der Kadetten erworben. Die Grabstelle befindet sich im Feld I.


Karl Georg von Loebell
Generalleutnant, geboren am 2. Oktober 1777, gestorben am 15. Oktober 1841. Kadett zu Berlin, Fähnrich im Kürassierregiment Herzog von Weimar zusammen mit Friedrich de la Motte Fouqué, stationiert in Aschersleben. Nahm 1794 am Feldzug gegen die französische Republik teil und erlebte als Adjutant des Generals von Quitzow die Niederlage von Jena und Auerstedt 1806. Teilnahme an den Feldzügen von 1813/15 im brandenburgischen Kürrassierregiment Nr. 6. 1840 Kommandant von Berlin und Chef der Landgendarmerie.
Das Grab ist im Feld IV.


Adolph von Lützow
Geboren am 18.5.1782, gestorben am 6.12.1834. Er war der Führer der schwarzen Freischar in den Befreiungskriegen 1813/14. Die Eintragung im Sterberegister lautet: Herr Ludwig Adolph Wilhelm Freiherr von Lützow, Generalmajor, aus Berlin gebürtich, Evgl. Gl. hinterlässt seine Ehegattin ohne Kinder, Thiergartenstraße No. 34. Sterbeursache: Schlagfluß. Begräbnis: 10. Dezember 1. Garnisonfriedhof. In militärgeschichtlicher Hinsicht dürfte es sich um die bekannteste Persönlichkeit handeln, die auf dem Garnisonfriedhof beigesetzt ist. Sein Grabstein trägt die Inschrift Ludwig Adolph von Lützow, Führer eines Freicorps im Befreiungskriege 1813 und 1814, errichtet von seiner früheren Gemahlin, der Gräfin Ahlefeldt. Ein zweiter, stehender Grabstein, war von seinen Waffengefährten gestiftet worden. Beide Grabmale sind in diesem Jahrhundert erneuert worden. Das Grab liegt im Feld I.

Adolph von Lützow


Johann Heinrich Freiherr Menu von Minutoli
Genralleutnant und Ägyptologe, geboren am 12. Mai 1772 in Genf, gestorben am 20. September 1846.
Nach dem Offiziersdienst in der preußischen Armee beendete von Minutoli nach einer Kriegsverletzung 1793 seine aktive Laufbahn. Er wurde zum Kadettencorps kommandiert und im Jahre 1811 als Major Gouverneur des Prinzen Carl von Preußen.
1820 begab sich von Minutoli im königlichen Auftrag auf eine lange vorbereitete wissenschaftliche Expedition nach Nordafrika.
Um die Jahrhundertwende war nicht zuletzt unter dem Einfluß Goethes die abendländische Kulturwelt vornehmlich der griechischen Antike verpflichtet, die altägyptische Kultur blieb hierbei im Schatten. Mit den napoleonischen Feldzügen in Ägypten erkannte man stärker den eigenständigen Wert dieser Kultur. In diesem Kontext ist die Expedition zu sehen. Es gelang von Minutoli als erstem Europäer die Stufenpyramide des Königs Djoser in Sakkara zu öffnen und zu erkunden. Sie gilt als das erste steinerne Monumentalbauwerk der altägyptischen Kultur. Aufgrund der archäologischen Erkundungen gelang es ihm, einen umfangreichen Schatz an Altertümern zu sammeln, um sie nach Deutschland zu bringen.

Johann Heinrich Freiherr Menu von Minutoli

Der größte Teil ging bei einem Schiffbruch in der Elbemündung verloren. Den kleineren Teil, der auf dem Landwege befördert worden war, verkaufte von Minutoli an den preußischen König. Auf diesem Grundstock aufbauend, wurde 1824 die Berliner Ägyptische Sammlung eingerichtet. Freiherr von Minutoli war 1820 zum Ehrenmitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften ernannt worden. Gedenkstein im Feld III.

Heinrich von Mintoli in Afrika


Carl Rudolph von Mosch

(1718 - 1798) Generalleutnant, Chef Kadettenkorps
Ritter des Ordens pour le mérite, beigesetzt am 27. Juli 1798 in der Gruft der Garnisonkirche

August Wilhelm von Neumann-Cosel
Generalleutnant, geboren am 17.April 1786, gestorben am 20. Mai 1865.
Teilnehmer an den Feldzügen 1806 und 1813/1815, Sohn des Generals David von Neumann, des Verteidigers von Cosel 1806/1807. Im Jahre 1808 Generaladjutant, 1815 Kommandeur des Garde-Jägerbataillons, 1838 Chef des Stabes beim Prinzen von Preußen, 1840 Generaladjutant König Friedrich Wilhelm IV. und Inspekteur der preußischen Jäger- und Schützenverbände.
Das gußeiserne Grabkreuz befindet sich im Feld II.

August Wilhelm von Neumann-Cosel


Karl Ludwig von Oppeln-Bronikowski
Generalleutnant, geboren am 4. Februar 1766, gestorben am 5. Juli 1842. War Offizier im Infanterie-Regiment Herzog von Braunschweig und hatte am Feldzug 1806 teilgenommen. Adjutant Friedrich Wilhelm III., wurde er 1807 vom König zum Mitglied der Militär-Reorganisations-Kommission ernannt und Flügeladjutant im Preußischen Kriegsministerium. 1817-1821 Kommandant der Festung Erfurt.
Die Grabstelle befindet sich im Feld I.

Karl Ludwig von Oppeln-Bronikowski

Joachim Friedrich Wilhelm von Oppen

1747-1815, beigesetzt am 23.10. auf dem Garnisonkirchhof, Generalmajor
1763 Elíntritt in des Artilleriekorps der preußischen Armee, Offizier ab 1772, 1794 Stabskapitän und Professor für Mathematik an der Artllerieschule, 1806/07 Verteidigung von Danzig, 1807 Pour le mérite, 1808 Mitglied der Untersuchungskommission für die Kriegsereignisse, 1809 Brigadier der preußischen Artilleriebrigade, 1811 Oberst, 1813 Generalmajor, Roter Adlerorden, 1814 Kommandeur der mobilen Artillerie in Berlin,


Karl von Neander von Petersheiden
Hauptmann der Artillerie, Kartograph, Ingenieur und Erfinder, geboren am 25. Dezember 1761, gestorben am 30. April 1842. Bruder des Generals Johann Friedrich Wilhelm Neander von Petersheiden und des Obersten und Direktors der Berliner Artillerie- und Ingenieurschule Johann Christoph. Als Kapitän und Kompaniechef Teilnahme am Feldzug gegen die französische Republik 1793/94. Träger des Ordens Pour le Mérite. Als Hauptmann und Batteriechef schied er nach der Niederlage von 1806 aus der Armee aus und widmete sich der Kartographie. Schon Um 1800 hatte er den chaotischen Zustand der Berliner Straßennamen und Hausnumerierung erkannt und 1801 "Neue Anschauliche Tabellen von der gesammten Residenz-Stadt Berlin..." , ein Grundstücks-, Bewohner- und Eigentümerverzeichnis publiziert. Neander war auch der Verfasser eines Entwurfs zur Verbesserung der Berliner Straßenbeleuchtung, zu dessen Durchsetzung er vom König zum "Chef der Erleuchtungskompagnie" ernannt wurde.
Das Grab ist nicht erhalten.


Hermann George Heinrich Christian Baron von Puttkamer
Geboren am 10.9.1804, gestorben am 19.4.1844. Er war als Hauptmann a.D. der erste bestallte Spezialdirektor der Berlin-Potsdamer Eisenbahn. Sein Grab befindet sich im Feld III. Das Grabkreuz aus Gußeisen wurde kürzlich restauriert.

Ernst Ludwig von Pfuel

(1718 - 1789) Generalmajor, Direktor 2.Dept. Kriegskollegium, Absolvent der Ritterakademie Brandenburg/Havel
beigesetzt am 26. Juli 1789 in der Berliner Garnisonkirche

Hieronymus Franz Seraph Roedlich

(1767-1833)

Die wohlhabende bürgerliche mährische Familie Roedlich konnte dem jungen Franciscus eine gute Privatbildung im elterlichen Hause angedeihen lassen – er sollte Beamter werden, tritt aber nach kurzzeitiger Tätigkeit bei einer Domänenverwaltung mit 18 Jahren als Kadett in das Kaiserliche Österreichische Dragonerregiment Nr.4, das neuformierte Kosakenkorps, ein und nimmt am Feldzug gegen die Türken 1788/89 als Unterleutnant teil.
Schon in diesen ersten Dienstjahren erfüllte Roedlich Aufklärungs- und Kurieraufträge für den kommandierenden General in Galizien und war an Landvermessungen als Kalkulator beteiligt. In den folgenden Jahren diente er in den verschiedensten Stäben in der Türkei und in Rußland und wurde 1796 offiziell zum Hauptmann im Generalstabe ernannt. In den Feldzügen Österreichs gegen Napoleon nahm er u.a. an den Schlachten von Arcole, Rivoli teil, gehörte zur Verhandlungsdelegation in Napoleons Hauptquartier von Monte Bello 1797, diente im Auftrage des österreichischen Kaisers 1798 im neapolitanischen Heer bis zu dessen Zerschlagung durch Napoleon, war ab 1799 in vielfältigen Stabs- und Truppenkommandos in Österreich, Deutschland, Italien eingesetzt und erhielt schließlich 1805 ein Angebot zum Übertritt in preußische Dienste, das aber erst nach dem Tilsiter Frieden 1807 realisiert wurde, an dessen Zustandekommen Roedlich als Geheimkurier zwischen Wien und Memel Anteil hatte.
Als preußischer Oberstleutnant leistete Roedlich zwischen 1807 und 1813 offene und konspirative diplomatische Dienste, war Verbindungsoffizier zu den in Preußen und Polen stationierten französischen Truppen und wurde 1813 als Oberst in den Stab von General Blücher versetzt, wo er u.a. mit Rühle von Lilienstern und Krauseneck zusammenarbeitete und zum Kommandanten von Frankfurt/Main ernannt wurde. 1814 erhielt er das Offizierskreuz der französischen Ehrenlegion. Nach dem Sieg über Napoleon 1815 war Roedlich zum Generalmajor befördert worden, im Kommando am Rhein angestellt, zum Landwehrinspekteur nach Ostpreußen und 1817 nach Düsseldorf versetzt worden. Zwischen 1807 und 1830 wurde Roedlich in der preußischen Armee durch eine Anzahl technischer Erfindungen bekannt wie auch durch Publikationen zu Fragen der Militärtechnik, der Kartographie, der Kriegsgeschichte, der Geographie und des Transportwesens.
Sein Grab auf dem Offizierskirchhof ist nicht mehr erhalten.



Johann Jakob August Rühle von Lilienstern
Geboren am 16.4.1780, gestorben am 1.7.1847. Der spätere preußische General und Chef des Generalstabs der Armee stammte aus einer märkischen Offiziers- und Gutsbesitzersfamilie (Königberg/Prignitz). Geprägt durch die Jahre als Kadett in Berlin und Offizier im Regiment Garde (IR 15) zu Potsdam und die enge lebenslange Freundschaft mit Heinrich von Kleist, konnte sich R.v.L. im militärischen Dienst vor allem durch seine Leistungen als Kartograph, Historiker, Pädagoge auszeichnen. Von 1802 bis 1805 war er Mitglied der von Scharnhorst gegründeten und geführten „Militärischen Gesellschaft zu Berlin“, damit in die Gruppe von jüngeren preußischen Offizieren eingebunden, die sich nach den Feldzügen gegen Frankreich 1792-1795 und gegen den polnischen Aufstand von 1794 für grundlegende Reformen in Armee und Gesellschaft Preußens einsetzte.
Nach der preußischen Niederlage 1806 war er einige Jahre an den Hof des Herzogs von Weimar abkommandiert, war wissenschaftlich und schriftstellerisch tätig und beteiligte sich aktiv im Kreis der Offiziere um Scharnhorst, Boyen und Clausewitz an der Reorganisation der Armee. R.v.L. war Mitglied der preußischen Delegation auf dem Wiener Kongreß 1814/15 und arbeitete ab 1815 in der zweiten Abteilung des Kriegsministeriums, dem Generalstab, die er ab 1819/21 leitete. In dieser Periode initiierte er die Bildung einer staatlichen Einrichtung für den Druck von Karten und graphischen Werken, die als Königliches Lithographisches Institut 1818 in Berlin geschaffen wurde und als deren erster Direktor er bekannt wurde.
Im Jahre 1837 wurde er von König Friedrich Wilhelm III. zum Direktor der Allgemeinen Kriegsschule zu Berlin ernannt. R.v.L. gab den ersten Schulatlas in Deutschland heraus und verfaßte eine Reihe philosophischer und militärhistorischer Schriften.
Die Lage seines Grabes ist nicht bekannt.

Daniel Friedrich Gottlob Teichert



Carl von Schachtmeyer
Geboren am 27.8.1779, gestorben am 17.3.1825. Er war Kgl. Oberst und Kommandeur des Kaiser-Alexander-Grenadier-Regiments. Sein Grab befindet sich im Feld III.

Theodor Schiemann
Geboren am17.7.1847, gestorben am 26.1.1921. Historiker und Professor für osteuropäische Geschichte, Lehrer an der Preußischen Kriegsakademie.

Kurd Wolfgang Wilhelm Gustav von Schöning

Generalmajor, geboren am 13. August 1789, gestorben am 2. April 1859.
Der Sohn eines preußischen Gutsbesitzers und Landrats tritt mit 11 Jahren in die Berliner Kadettenanstalt ein, wird im Kriegsjahr 1806 Fähnrich, dann Sekondeleutnant im Infanterieregiment Nr. 35 “Prinz Heinrich” und ist aktiv am Neuaufbau der preußischen Armee nach Jena und Auerstedt beteiligt. An den Feldzügen 1813/1815 nimmt er aktiv im 1. Westpreußischen Infanterieregiment Nr. 6 teil, erhält den Orden des Eisernen Kreuzes 2. und 1. Klasse und wird 1814 zum Premierleutnant befördert.
1815 wird er, nunmehr Kapitän im Berliner Kaiser-Alexander-Grenadier-Regiment, als Adjutant in den Stab der Grenadierbrigade versetzt. Im Jahre 1820 wählt ihn Prinz Karl von Preußen zu seinem Adjutanten. 1827 nimmt er seinen Abschied vom Militärdienst und widmet sich voll der wissenschaftlichen und publizistischen Tätigkeit, gleichzeitig wird er zum Hofmarschall des Prinzen ernannt, erhält 1845 der Roten Adler Orden und wird 1856 zum Generalmajor ernannt sowie durch König Friedrich Wilhelm IV. mit dem offiziellen Titel „Historiograph der Armee“ ausgezeichnet.
S. war einer der bekanntesten und anerkannten Militärschriftsteller des 19. Jahrhunderts. Insbesondere sein Lebenswerk über die Generale der kurbrandenburgisch-preußischen Armee bis zum Jahre 1840 war Standard-Handbuch der Lehre und Forschung im preußischen Heer. Von herausragender Bedeutung sind weiterhin die Publikationen „Geschichte des Regiments Garde du Corps“, „Geschichte des Bayerischen Erbfolgekrieges“ und „Der Generalfeldmarschall von Schöning“. Der General von Schöning wurde am 5. April 1859 auf dem Offiziersfriedhof an der Linienstraße beigesetzt.
Die Grabstelle ist nicht mehr vorhanden.

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Lewin Rudolph von der Schulenburg

1721-1788 Generalleutnant

1743 Eintritt in die preußische Armee als Gefreiterkorporal, IR 25, 1745 Fähnrich, 1750 Sekondeleutnant, 1758 Kapitän und Flügeladjutant des Königs, 1760 Major, 1771 Oberst, 1779 Generalmajor, Departements- und Kriegsminister, 1787 Generalleutnant, Chef des 3. Departements des Oberkriegskollegiums, Direktor des Potsdamer Waisenhauses, Geheimer Staats- und Kriegsminister


Daniel Friedrich Gottlob Teichert
Preußischer Oberstleutnant der Artillerie, geboren am 1. Februar 1796 in Berlin, gestorben an der Cholera am 21. September 1853. Freiwilliger im Jahre 1813, später Artillerieoffizier und Lehrer an der Artillerieschule in Berlin, als preußischer Major gewählter Abgeordneter der Deutschen Nationalversammlung in Frankfurt am Main 1848/49. Ab 1849 Beamter im Preußischen Kriegsministerium.
Das gußeiserne Grabdenkmal in Gestalt eines neugotischen Tabernakels befindet sich im Feld V.

Daniel Friedrich Gottlob Teichert


Georg Friedrich Ludwig von Tempelhoff
Geboren am 19. März 1737, gestorben am 13. Juli 1807, Mathematiker, Generalleutnant, Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und der Preußischen Akademie der Künste. Ab 1805 General-Inspektor aller militärischen Erziehungsanstalten des preußischen Staates.
Aus einer preußischen Beamtenfamilie stammend, trat der Absolvent der Universitäten Frankfurt an der Oder und Halle an der Saale im Jahre 1756 in die Armee König Friedrichs II. ein, nahm als einfacher Artillerist an den bedeutenden Schlachten des Siebenjährigen Krieges teil, wurde 1759 Offizier und begann unmittelbar nach dem Krieg mit militärhistorischen, mathematischen und astronomischen Studien. Im Jahre 1775 vollendete er sein erstes Buch über die Taktik der Artillerie, das zur Zufriedenheit König Friedrichs II. ausfiel, aber sogleich aus Gründen der militärischen Geheimhaltung nicht publiziert werden durfte. T. konnte aber Mathematik und Ballistik für die Offiziere der Berliner Garnison lehren, erreichte durch seine Teilnahme am Feldzug von 1778/79 den Rang eines Kapitäns. Nach der Rückkehr in die Hauptstadt Berlin hielt von Tempelhoff vor den Offizieren der Residenz Vorlesungen über Festungslehre. Auch sein zweites Buch aus dem Jahre 1781 “Le Bombardier Prussien” blieb militärische Verschlußsache. König Friedrich II. erhob 1784 T. in den erblichen Adelsstand, verweigerte ihm aber die Aufnahme in die Akademie der Wissenschaften.
Unter Friedrich Wilhelm II. erhielt T. ein Artillerieregiment, den Generalsrang und nun auch endlich die ersehnte Aufnahme in beide preußische Akademien zu Berlin, die der Wissenschaften und die der Künste. Zugleich beauftragte ihn der König 1787 mit der Ausbildung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm und seines Bruders Ludwig in den mathematischen und militärischen Wissenschaften. Im Jahre 1791 wurde von Tempelhoff zum Direktor der neuerrichteten Artillerieakademie in Berlin ernannt, widmete den Großteil seiner Zeit der militärwissenschaftlichen Forschung und veröffentlichte zwischen 1783 und 1802 sein Hauptwerk, die “Geschichte des Siebenjährigen Krieges” in 6 Bänden.

Tempelhoff

Am Feldzug gegen Frankreich 1792-94 nahm er als Chef eines Artillerieregiments teil, mußte wegen offener Auseinandersetzungen mit Vorgesetzten auf Weisung des Königs Friedrich Wilhelm II. das Kommando abgeben, wurde aber später durch König Friedrich Wilhelm III. rehabilitiert, 1802 zum Generalleutnant befördert und mit dem Roten und Schwarzen Adler Orden ausgezeichnet. Der König vertraute ihm auch die Ausbildung seiner Brüder, der Prinzen Heinrich und Wilhelm, in Fortifikation und Artilleriewesen an. Eines der historischen Verdienste von Tempelhoffs war die Bemühung um die Aufnahme Scharnhorsts in die Reihen der preußischen Armee und dessen Unterstützung als sein Regimentschef in den Jahren ab 1801.
Die Grabstelle des Generals von Tempelhoff auf dem Alten Garnisonfriedhof ist nicht mehr auffindbar.


Ernst Ludwig von Tippelskirch
Geboren am 26.7.1774, gestorben am 23.1.1840. Als Kgl. Generalleutnant war er von 1827-1840 Kommandant und Militärgouverneur von Berlin, damit auch Dienstherr der Garnisongemeinde. Nach Eintragungen in den Militärkirchenbüchern und Gemeindeakten achtete er auf strengste Sparsamkeit bei der Regelung wirtschaftlicher Fragen.
Sein Grab befindet sich im Feld III.

Ludwig Ernst Philipp von Toll
(1775 - 1851) Der Westfale v. T. war Sohn eines preußischen Offiziers und begann seine militärische Karriere im Infanterieregiment Nr. 10 als 14jähriger Gefreiterkorporal im Jahre 1789. Als Fähnrich nahm er an den Feldzügen gegen das republikanische Frankreich von 1792 bis 1794 teil und erlebte auch die historische Kanonade von Valmy am 21. September 1792.
Nach Jahren des Garnisondienstes in verschiedenen Infanterieregimentern mußte er seine Offizierslaufbahn nach dem Zusammenbruch von 1806/07 unterbrechen, da er als Westfale nach den Bedingungen des Tilsiter Friedens nicht in der preußischen Armee dienen durfte. In den Reihen der französischen Armee kämpfte er in Spanien gegen die Engländer und in Deutschland gegen die preußisch-russische Allianz, erhielt für seine Verdienste in der Schlacht bei Dresden 1813 das Offizierskreuz der französischen Ehrenlegion. Nach der Befreiung Westfalens von der französischen Besetzung kehrte er als Major in die Reihen der preußischen Armee zurück, nahm am Feldzug 1815 teil und wurde bei Belle Alliance mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. 1816 wurde er zum Infanterieregiment Nr. 33 versetzt, erhielt 1830 seine Ernennung zum Oberst und 1838 zum Generalmajor. Ab 1834 war von Toll Kommandant der
Festung Graudenz. König Friedrich Wilhelm IV. zeichnete ihn 1841 mit dem Roten Adler Orden aus und beförderte ihn 1842 zum Generalleutnant.
General von Toll wurde am 17. Januar 1851 auf dem Offiziersfriedhof an der Linienstraße beigesetzt. Auch seine Ehefrau Friederike fand drei Jahre später auf diesem Friedhof ihre Ruhe. Die Grabkreuze aus Eisenguß sind bis heute erhalten.


Georg Wilhelm, Freiherr von Valentini
General, Militärhistoriker und Schriftsteller, geboren am 21. August 1775, gestorben am 6. August 1834.
Kadett zu Berlin, Teilnahme als Offizier im Jägerkorps an den Feldzügen gegen Frankreich 1793/1794, Verfasser des Buches "Vom Kleinen Kriege", mehrere Auflagen, Bekanntschaft mit dem Militärschriftsteller Berenhorst,
1804 Versetzung in den Generalstab, 1809 Buch "Versuch einer Geschichte des Feldzuges von 1809", 1810 in russischen Diensten, 1812 als Oberstleutnant wieder im Preußischen Generalstab, Lehrer des Kronprinzen, Teilnahme an den Feldzügen 1813/1815 im Korps Blücher, später Yorck, 1815 Kommandant der Festung Glogau. Es folgen Publikationen (1820 "Die Lehre vom Kriege", 1828 "Erinnerungen eines alten preußischen Offizieres aus den Jahren 1792 bis 1794", 1830 "Buch über den Türkenkrieg 1830"). 1828 wurde er Generalinspekteur des Militär-Erziehungs- und Bildungswesens.
Die Grabstelle ist nicht erhalten.


Julius von Voß
Geboren am 24. August 1768 in Brandenburg/Havel. Gegen den Willen des Vaters trat er mit 14 Jahren in das Heer ein. Er beschäftigte sich mit der Kriegswissenschaft, arbeitete Reformvorschläge aus und schlug Verbesserungen im Artilleriewesen vor; die Anerkennung hierfür blieb ebenso aus wie für seine Leistungen im Kriege. Im polnischen Feldzug 1794 gelang es ihm, die Kriegskasse aus Thorn zu retten; sein Oberst erhielt die Belohnung, Voß zwar den pour le mérite, wartete aber vergeblich auf seine Beförderung. Enttäuscht nahm er 1798 seinen Abschied, ließ sich nach Auslandsreisen in Berlin nieder und verdiente durch schriftstellerische Tätigkeit seinen Lebensunterhalt.

Julius von Voß
Geboren am 24. August 1768 in Brandenburg/Havel.

Julius von Voß

Voss war ein ausgezeichneter Offizier, Autodidakt, technisch und wissenschaftlich befähigt. Der spätere Berliner Schriftsteller und Bühnenautor Julius von Voss (1768–1832), zwischen 1782 und 1788 Fähnrich und später Offizier im Infanterie-Regiment (Nr. 12) des Generals von Wunsch zu Prenzlau, umschrieb in seiner Autobiographie im Anhang seiner Publikation „Abriß zu einer sublimen Kriegskunst mit der militairischen Laufbahn des Verfassers“, Berlin 1808, das Prenzlauer Alltagsleben der Offiziere und Fähnriche mit den Begriffen Drill, Dirnen, Spiel, Trunk.
Unter anderem beschrieb Voss bildreich den sonderbaren Intellektuellen - Leutnant Carl Andreas von Boguslawski -, der für den jüngeren Voss zum Freund, zum intellektuellen und militärischen Vorbild wurde. Die geistigen Bedürfnisse des jungen Offiziers ließen Voss nach dem Tode des Generals von Wunsch über den Vater und über die Verbindungen von Förderern eine erfolgreiche Versetzung weg von Prenzlau in die Residenz Berlin (Infanterieregiment Nr. 46 „Alt-Pfuhl“) bewerkstelligen.
Mit diesem Regiment zieht von Voss 1794 in den Krieg - gegen die polnischen Aufständischen, ausführlichst beschrieben in der Autobiographie im Anhang zur „Sublimen Kriegskunst“ von 1808.
Auf die Initiative und auf die Planungen des Leutnant von Voss geht die erfolgreiche Verteidigung der befestigten Stadt Thorn im Jahre 1794 gegen die Truppen der polnischen Insurgenten unter Führung der Generale Dabrowski, Madalinski und Bielamowski zurück. Für diese militärische Leistung erhielt er den Orden Pour le mérite. Mangelnde Selbstdisziplin, ungezügeltes Temperament und blindes Vertrauen in den „gerechten König” führten Leutnant von Voß nach 1794 angesichts der täglichen Ungerechtigkeiten, des Nepotismus, der persönlichen Kränkungen durch Vorgesetzte in eine Karriere-Sackgasse, der er nur durch den radikalen Bruch mit der dennoch geliebten Armee entfliehen konnte. Den ungestümen Kämpfer gegen die menschenunwürdigen Verhältnisse der Armee jener Tage liest man in jeder militärtheoretischen Schrift heraus, die er vor und nach 1806 publiziert. Von den über zwanzig zeitgeschichtlichen, militärwissenschaftlichen und politischen Publikationen sind als bedeutend zu nennen: “Beiträge zur Philosophie der Kriegkunst” 1804, “Geschichte eines bei Jena gefangenen preußischen Offiziers” 1807, “Was war nach der Schlacht von Jena zur Rettung des preußischen Staates zu thun?” 1807, “Fragmente über Deutschlands Politik und Kriegskunst” 1807, “Anleitung zur sublimen Kriegskunst” 1808, “Feldtaschenbuch für junge Freiwillige” 1813, “Sendschreiben eines Brandenburgers an die Bewohner Rheinpreußens” 1818). Die militärische und gesellschaftliche Katastrophe Preußens von 1806 sieht er wie viele seiner sinnesverwandten Kollegen voraus, bleibt aber ohne Einfluß, da außerhalb der Armee.
Das Theater hatte ihn immer angezogen, sehr zum Leidwesen der Eltern, die eine exzellente militärische Karriere von ihm erwarteten. Schon während der Abkommandierungen nach Berlin zur militärischen Weiterbildung in den Wintermonaten war er mehr in den Theatersälen als in den Unterrichtsräume zu sehen. Nach dem Ausscheiden aus der Armee im Jahre 1798 hatte sich Julius von Voss auf Reisen in Frankreich, Österreich, Italien, Dänemark mit modernen Entwicklungen in der Dramatik und dem Lustspiel bekannt gemacht. Seine Bestrebungen nach einer festen Theater-Anstellung oder gar der Leitung eines Berliner Theaters bleiben ergebnislos, trotz der Bekanntschaft mit E. T. A. Hoffmann, die aus der Militärzeit in der Festung Glogau zwischen 1796 und 1798 herrührte.
Auf dem Berliner Theater ist 1804 erstmalig mit der Übersetzung der “Armide” von Qinault (Paris 1802) zu sehen, es folgen Lustspiele und Possen (u. a. “Ton des Tages” 1805, “Der Bankerott” 1805, das wohl bekannteste Stück “Künstlers Erdenwallen”, in dem er sich in der Rolle des Magister Lämmermeier selbst charakterisiert), Der Philosoph Immanuel Kant und der Dramatiker Friedrich Schiller sind seine Leitsterne, den Kreis der Romantiker um die Gebrüder Schlegel, de la Motte Fouqué und die romantische Graecomanie bekämpft er mit Hohn und Satire. Der “Almanachskatholizismus” ist ihm verhaßt, bigotte Frömmelei wird in ihrer christlichen und jüdischen Gestalt satirisch behandelt (“Die Flitterwochen” 1818, “Die Griechheit” 1807, Der Berlinische Robinson” 1810).
Voss gilt als einer der letzten Berliner Aufklärer, den Ideen und Idealen der Zeit Friedrich II. verhaftet und fast hilflos den neuen ökonomischen und moralischen Tendenzen des anbrechenden 19. Jahrhunderts ausgesetzt. Aus der fast unübersehbaren Menge seiner literarischen Produkte ragen diejenigen Werke heraus, die der Darstellung des Berliner Kleinbürgertums gewidmet sind. Auf diesem Felde kann man ihn als Bahnbrecher sehen (“Die Schildbürger” 1823, “Fräulein, Mamsell und Jungfer Kunkel” 1817)
Ein bedeutender Teil seiner über 200 Werke sind Prosaschriften.

Grabkreuz Julius von Voß

Gedenkkreuz für Julius von Voss auf dem Alten Berliner Garnisonfriedhof

Darunter sind die folgenden Romane und Erzählungen erwähnenswert: “Ignatz von Jablonsky oder die Lebenden in den Tiefen der Weichsel” 1806, “Gemälde der Verfinsterung in Abessinien” 1818, „Florens Abenteuer in Afrika” 1808,
Das Lustspiel “Der Stralower Fischzug” war von Julius von Voss programmatisch in der Vorrede als Volksstück mit Gesang konzipiert worden. Am 18. Oktober 1821 überaus erfolgreich im Königlichen Opernhaus Berlin uraufgeführt, machte es Voss über Nacht berühmt. Für die Berliner war es sofort ihr Stück, nicht zuletzt auch, weil ihr Dialekt und auch das sehr verwandte Plattdeutsche auf die Bühne gebracht wurde.
Der nun einmal Erfolgreiche aber kann seine finanzielle Situation nicht dauerhaft verbessern. Die verbleibenden zehn Jahre lebt Voss unter ärmlichen Bedingungen, wenn auch eine königliche Pension einen Umzug aus dem proletarischen Voigtland in die bürgerliche Stallschreiberstraße im Stadtzentrum erlaubt hatte. Vereinsamt stirbt Voss in Berlin im Jahre 1832, als ehemaliger Offzier wird er auf dem Alten Garnisonfriedhof an der Linienstraße beigesetzt, das Grab ist aber nicht mehr vorhanden.

Friedrich Wilhelm von Wartenberg

(1725 -1807, beigesetzt am 30.2. in der Berliner Garnisonkirche) Generalleutnant
geboren in Luggendorf, Ostprignitz
1738 Kadett zu Berlin, 1741 Leibpage Friedrichs II., 1743 Sekondeleutnant und Flügeadjutant, 1745 Kapitän, 1763 Oberst, Generalintendant, Direktor im Oberkriegskollegium, 1770 Generalmajor, 1781 Generalleutnant, SA (1784), Gutsbesitzer zu Trampe

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Heinrich Emin von Wildenbruch
Geboren am 21.10.1842, gestorben am 14.3.1893. Er war Oberst des Generalstabes der Armee und Mitglied der Kriegsakademie. Er ist der älteste Bruder des Dichters Ernst von Wildenbruch und ein Urgroßneffe Friedrichs II.
Das Grab des Dichters Ernst von Wildenbruch befindet sich auf dem historischen "Alten Friedhof" in Weimar. Es bestehen Hinweise, daß die Mutter und zwei Brüder des Dichters auf dem Garnisonfriedhof bestattet worden waren. Der Grabstein des ältesten Bruders, Emin von Wildenbruch, ist noch vorhanden. Die Brüder waren Urgroßneffen Friedrichs II. Ihr Vater, General Louis von Wildenbruch, war ein Sohn des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen.


Heinrich Christoph Karl Hermann Graf von Wylich und Lottum
Generalleutnant, geboren als Sohn eines Generals am 8. Januar 1773, gestorben am 8. Februar 1830. Als Dragoneroffizier Teilnahme an den Feldzügen gegen die französische Republik 1792/1795 und an den Feldzügen gegen Napoleon 1806 und 1813/1815. Ab 1829 Kommandant der Festung Torgau.
Die Grabstelle ist nicht erhalten.