Das Gutshaus von Białokosz

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Alexander Duncker, Białokosz in der Provinz Posen, Kreis Birnbaum, aus "Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der Ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preussischen Monarchie", Berlin 1860/61, Bd.3

Das Rittergut Białokosz

Im Jahre 1798 erhielt das säkularisierte Klostergut Białokosz in Südpreußen einen neuen Besitzer: den preußischen Oberstleutnant im Generalstab Christian von Massenbach.

Vermittelt hatte die „Schenkung“ aus dem Bestand der königlichen Domänen der Generaladjutant von Zastrow, der selbst schon 1796 auf diesem Wege Herr von Deutsch-Press (Stara Przysieka) im Kreis Kosten (Koœcian) geworden war. Zastrow hatte noch zu Lebzeiten von König Friedrich Wilhelm II. Christian von Massenbach bei der „Antragstellung“ geholfen und ihm auch nach der Thronbesteigung Friedrich Wilhelms III. dafür gesorgt, dass die Angelegenheit nicht im Archiv verschwand.

Das neue herrschaftliche Wohnhaus

Massenbach hat sich das neu zu errichtende Wohnhaus in Białokosz von zwei Baumeistern entwerfen lassen, deren Namen und Entwurfszeichnungen bislang unbekannt sind. Für die Bauarbeiten engagiert einen Maurermeister aus Meseritz, einen Ziegelbrennmeister und seinen Pächter und Amtmann in Białokosz . Die Auftragerteilung erfolgt ab Juni 1803, die Bauvorbereitungen setzen im Herbst desselben Jahres ein. Der Baubeginn wird für das Frühjahr 1804 geplant, den Termin für die Fertigstellung des Rohbaus setzt Massenbach auf den 15. September 1804 fest.
Vorbildwirkung in ästhetischer und bautechnischer Hinsicht hatten für Massenbach die Bauten von Sigismund Otto von Treskow in Owinsk, in der Nähe von Posen. Auch das Gut Radojewo gehörte von Treskow. Es ist anzunehmen, dass Massenbach auch das dort befindliche Wohnhaus kannte, das ursprünglich einen H-förmigen Grundriss hatte.

Das Gut nach Massenbachs Tod

Nach Massenbachs Tod bleibt das Gut im Besitz der Familie. 1836 zieht sein Sohn Georg Sylvius mit seiner Familie vom benachbarten Pinne nach Białokosz und führt der erblindeten Mutter die Wirtschaft. Von ihm übernimmt sein Sohn Karl 1871 das Gut Białokosz. Er baut das ursprüngliche Gebäude um und verleiht ihm einen klassizistischen Charakter.

1902 verkauft Karl von Massenbach das Gut an seinen Schwiegersohn Carl von Rose, der es in ein Fideikomiss umwandelt und bis 1945 verwaltet. Im Zuge der polnischen Agrarreform 1945 wird das Gut Białokosz vom polnischen Staatsschatzgrundamt in Posen übernommen und vom volkseigenen Gut verwaltet. 1974 werden Schloss und Park unter Denkmalschutz gestellt, 1977 wird der Beschluss zur Restaurierung getroffen. 1980 sind die Restaurierungsarbeiten abgeschlossen.

Das Schloss ist heute in Privatbesitz und wird als Hotel unter dem Namen "Palac Białokosz" genutzt.

Gutshaus Bialokosz heute

Alexander Duncker, Schloss Pinne

Alexander Duncker, Schloss Owinsk

Owinsk heute

Alexander Duncker, Gutshaus Radojewo




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