|
Der Alte Garnisonfriedhof liegt im Bezirk Mitte in der Nähe des Rosenthaler Platzes. Er umfasst etwa 0,9 ha.
Er wird umschlossen durch folgende Straßen: Kleine Rosenthaler Straße
(Eingang), Linienstraße, Gormannstraße und Mulackstraße.
Verkehrsverbindungen:
S-Bahn: Station Hackescher Markt,
U-Bahn Linie 8: Stationen Rosenthaler Platz oder Weinmeisterstraße
Garnisonkirchen und Garnisonfriedhöfe sind für Orte, in denen Militär stationiert war, nichts Ungewöhnliches. In Berlin gehörte rund zweieinhalb Jahrhunderte die Alte Garnisonkirche zum Stadtbild. Heute sucht man sie jedoch vergeblich - sie ist verschwunden. 1701 bis 1703 erbaut, war sie die erste Garnisonkirche Preußens. Im zweiten Weltkrieg zerstört, wurden ihre Überreste 1961 abgetragen.
Der Alte Garnisonfriedhof im Bezirk Mitte ist der älteste Militärfriedhof Berlins. Sein Anfang fällt mit der Gründung Preußens zusammen. Die Auflösung Preußens 1947 markiert sein Ende.
Der Spannungsbogen von Schicksalen, wie er an den Grabsteinen ablesbar ist, umfasst den preußischen Generalfeldmarschall, der im Verdacht steht, in seiner Jugend Sympathien für die französische Revolution gehegt zu haben, über die Freiheitskämpfer von 1813/15 bis zur Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Aber auch vom dichtenden "Don Quichote der Romantik" hugenottischer Herkunft über den adligen Volksschriftsteller bis zum Mitbegründer der Ägyptologie in Berlin spannt sich dieser Bogen Berlin-brandenburgischer Kulturgeschichte.Die Berliner Bildhauerschule im 19. Jahrhundert und die aus ihr hervorgegangenen hier vertretenen Grabdenkmale haben diesen Friedhof zu einem Kleinod unter den historischen Friedhöfen Berlins werden lassen. Grabdenkmale nach Entwürfen Karl Friedrich Schinkels, David Gillys, Friedrich Tiecks, Ludwig Wichmanns, August Sollers finden sich auf diesem Friedhof, hergestellt zur Blütezeit des Berliner Eisenkunstgusses in den Werkstätten der Kgl. Eisengießerei.
Als Kirche für das Militär präsentierte sich die Berliner Garnisonkirche zwischen 1703 und 1943 dem Betrachter janusköpfig: einerseits war sie ein Ort der stillen Andacht von Soldaten, Offizieren und deren Familien - andererseits eine Kultstätte, in der man sich laut und mit geschwellter Brust der militärischen Siege rühmte. Woran liegt es, daß die Kirche, die einst glanzvolle Tage erlebte, heute vergessen scheint? Wohl daran, daß sie nie so berühmt wie die "Königliche Hof- und Garnisonkirche" in Potsdam wurde. Zudem erlebte die Kirche ab 1918, als die Garnison aufgelöst wurde und Kaiser Wilhelm II. ins holländische Doorn floh, stille Zeiten. Nach der Zerstörung 1943 lag die Kirche dann als eine von vielen Ruinen inmitten der zerstörten Stadt. Sie wurde abgerissen und geriet fast gänzlich in Vergessenheit.
Stadtplan um 1990
Der Standort der Garnisonkirche (auf der Karte roter Punkt) befand sich in Berlin-Mitte, dort wo die Anna-Louisa-Karsch-Straße (früher Neue Friedrichstraße) in die Spandauer Straße mündet . Eine Inschrift über der Tür des Hauses Anna-Louisa-Karsch-Straße 9 verweist darauf, daß dieses Gebäude einst als Garnison-Pfarramt genutzt wurde. Auf dem Nachbargrundstück, wo sich heute heute eine Straßenbahnhaltestelle befindet, am Schnittpunkt von Garnisonkirchplatz, Spandauer Straße, Anna-Louisa-Karsch-Straße, Spandauer Straße und der Straße An der Spandauer Brücke, stand die Garnisonkirche.
Stadtplan heute
Heute ist der Platz der ehemaligen Kirche umbaut - auf dem Terrain hinter dem S-Bahnhof Hackescher Markt sind Bürogebäude entstanden, Gaststätten, die Zentrale der GASAG, ein Hotel und andere Einrichtungen.

Luftbild der Neubauten mit dem Platz der ehemaligen Garnisonkirche
Der Förderverein entwickelte in den Jahren 2002 und 2003 eine Ausstellung, die an verschiedenen Orten Brandenburgs gezeigt wurde.
W A N D E R A U S S T E L L U N G
Der Adler weicht der Sonne nicht -
300 Jahre Berliner Garnisonkirche in der märkischen Landschaft

Wilhelm Hensel, Studie zum Gemälde "Christus vor Pilatus",
Konto für Spenden: 63 62 24 16, BLZ 100 500 00, Sparkasse Berlin
Kontakt:
Vorstand des Fördervereins,
Dr. Dieter Weigert,
Postanschrift Naugarder Straße 11,
10409 Berlin, Fax 030 - 22 19 8883
oder e-mail: weigert@garnisonfriedhof-berlin.de
Bewerbungen werden auch unter der Anschrift des Vereins Kleine Rosenthaler Straße 3, 10119 Berlin entgegengenommen.
(Jede Zuschrift oder Meldung wird beantwortet)
Ausgewählte Exponate der
Ausstellung
zur Geschichte der Berliner Garnisonkirche wurden in den folgenden Monaten in den Räumen der Ständigen Ausstellung präsentiert:
Alter Berliner Garnisonfriedhof,
Kleine Rosenthaler Straße 3,
Berlin-Mitte
Bisherige Vorträge
Dienstag, d. 10. Mai 2005, 17.30 Uhr
Dr. Barbara Kündiger
Vom Trommelschlag zum Glockenklang
zur Baugeschichte der Berliner Garnisonkirche
Ort der Vorträge: Museum Mitte
Letzte Stationen der Ausstellung:
Museum Mitte Berlin
Prenzlau
Medienresonanz:

DIA-Vortrag
Mittwoch, 17. November 2004, 18.00 Uhr
Ort: Kulturhaus Mitte
Auguststr. 21
Thema:
Zwischen Geist und Macht -
Schicksalhafte Begegnungen Berliner Offiziere und Schriftsteller
mit Prenzlau
Gegenstand des Vortrages - Prenzlau war zeitweilig Fokus preußischer Offizierskarrieren.
Julius von Voß (1768-182) und Karl Andreas von Boguslawski (1758-1817)
beide Schriftsteller und Offziere im Infanterieregiment Nr.12 unter dem
legendären General Jakob von Wunsch begegneten sich hier.
Prenzlau war Ort der persönlichen Schicksalswende von Oberst
Christian von Massenbach (1758-1827), der durch die konservative Geschichtsschreibung
zum Hauptschuldigen der Kapitulation von 1806 erklärt wurde.
Prenzlau war Markstein in der Karriere von General
Heinrich August de la Motte Fouqué (1698-1774,
ab 1740 Amtshauptmann von Gramzow und Löcknitz)
überliefert im verklärten Bild der
spannungsgeladenen Freundschaft zu Friedrich II.
Medienresonanz:
 
März - Juni 2005
Boitzenburg/Uckermark
Sommer 2005
Neuhardenberg, Märkisch-Oderland
Schinkel-Kirche
11.Juli - 5. Oktober 2003
Medienresonanz:

Potsdam
Altes Rathaus
18. März - 2. Mai 2004
Medienresonanz:

Stölln/Havelland
Hof der Familie von der Hagen
28. Mai - 30. Juli 2004
Medienresonanz:

Das Buch zur Ausstellung

Barbara Kündiger/Dieter Weigert:
Der Adler weicht der Sonne nicht - 300 Jahre Berliner Garnisonkirche
Edition Berlin, Quintessenz Verlag Berlin, 2004
ist für 14, 80 EURO erhältlich
in den Ausstellungsräumen,
im Büro auf dem Garnisonfriedhof Berlin,
Kleine Rosenthaler Straße 3, 10119 Berlin
oder zum Versand zu bestellen (plus 2,20 EURO Versand)
per e-mail:
info@garnisonfriedhof-berlin.de
Dokumentation der
Ausstellung
IMPRESSUM
Anschrift:
Förderverein Alter Berliner Garnisonfriedhof e.V.
Kleine Rosenthaler Straße 3, 10119 Berlin Tel/Fax (030) 22 19 8883
Internetpräsenz: www.garnisonfriedhof-berlin.de
vorstand@garnisonfriedhof-berlin.de
Für Spenden:
Bankverbindung: Konto 63 62 2416, Sparkasse Berlin, BLZ 100 500 00
Ziele des Vereins
Der Förderverein Alter Berliner Garnisonfriedhof e.V. bemüht sich um Bewahrung und Pflege der kulturgeschichtlichen Werte des Alten Berliner Garnisonfriedhofs. Dazu tragen bei:
- die Förderung denkmalpflegerischer Maßnahmen durch die Erarbeitung denkmalpflegerischer Zielstellungen sowohl für einzelne Grabdenkmale als auch für die Gesamtanlage als gartenarchitektonisches Flächendenkmal und die Vorbereitung und Förderung von Möglichkeiten und Maßnahmen zur Instandsetzung, Restaurierung und Pflege von Grabdenkmalen u.a.durch Sammlungen, Spenden und Eigenleistungen bzw. Interessierung geeigneter Fachkräfte
- die Dokumentation der Geschichte des Alten Berliner Garnisonfriedhofs, umfassend die zeit-, kunst-, sozial- und personalgeschichtlichen Aspekte durch kontinuierliche und systematische Fortführung und Vervollständigung vorliegender Unterlagen.
- Führungen, Ausstellungen, Publikationen und Veranstaltungen, um das private und gesellschaftliche Interesse für den Alten Berliner Garnisonfriedhof wachzuhalten bzw. zu wecken,
- die Pflege von Kontakten insbesondere zu Nachfahren auf dem Friedhof beigesetzter geschichtlich bedeutender Persönlichkeiten
- die Erkundung, Sammlung und Dokumentation von Materialien zur Geschichte der Berliner Garnison-, ihrer Kirche und Gemeinde.
Vorstand:
Dr. Dieter Weigert (Vorsitzender), Dr. Brigitte Binder (2. Vorsitzende), Reinhold Kirsten (Schatzmeister), Dr. Paul-Haimon Lins, Heinz Schmidt
Verantwortlich für den Inhalt: Vorstand des Fördervereins
Redaktion: Dr. Dieter Weigert;
Mitarbeit an den Inhalten seit 1992: Dr. Brigitte Binder, Gisela und Heinz Berg, Dr. Beatrice Falk, Dr. Friedrich Hauer, Dr. Host Helas, Dr. Bärbel Holtz, Reinhold Kirsten, Dr. Jörg Kuhn, Dr. Barbara Kündiger, Dr. Rainer Lambrecht, Harry Nehls
Neueste Publikationen:
In der Reihe "Beiträge, Schriften, Mitteilungen" des Fördervereins sind im letzten Jahr erschienen (Heft 4.-Eur)
Nr. 1 Gisela Berg "Zur Geschichte der Alten Berliner Garnisonfriedhöfe"
2., überarbeitete Auflage, März 2002
Nr. 6 Dieter Weigert "Poet und Offizier - Carl Andreas von Boguslawski"
Nr. 16 Reinhold Kirsten "Die Restaurierungs- und Baumaßnahmen auf dem Alten Berliner Garnisonfriedhof
Nr. 17 Reinhold Kirsten/Dieter Weigert "Fundstücke aus öffentlichen und Familien-Archiven
mit Anhang: Auszug aus der Liste der in der ehemaligen Berliner Garnisonkirche beigesetzten Personen"
In den Jahren 2002/2003 wurden Vorträge gehalten zu den Themen
- Dr. Dieter Weigert: Heinrich von Kleist und der preußische Generalstabsoffizer Rühle von Lilienstern - Spannungen einer produktiven Freundschaft, Dienstag, d.7. Mai 2002, 18 Uhr, Kulturhaus Mitte, Auguststr. 21
- Dr. Heinrich Lange: "Marmoraltar unter glänzendem Dache" - Friedrich August Stülers Altartisch aus dem Jahre 1854 der Alten Berliner Garnisonkirche gefunden, Dienstag, d. 11 Juni 2002, 18 Uhr, Kulturhaus Mitte, Auguststr. 21
Lesung:
Alter Berliner Garnisonfriedhof, Samstag, d. 14. September 2002, 14 Uhr, im Rahmen des 2. Internationalen Literaturfestivals: Heinrich von Kleist - eine Lebensreise mit Briefen, Adolphine von dem Knesebeck - August Otto Rühle von Lilienstern - Friedrich de la Motte Fouqué - Ernst von Pfuel - Karl Varnhagen von Ense u.a.
Text der Lesung auf Anforderung erhältlich (2 Eur plus Versand):
|