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Unter Friedrich II. erfuhr die Garnisonkirche im Innern zahlreiche Veränderungen, die den Ruf der Kirche als militärische Traditionsstätte begründeten. Fahnen und Standarten aus den Schlachten der Schlesischen Kriege wurden in der Kirche zur Schau gestellt. Der Maler und Radierer Christian Bernhard Rode (1725 -1797) gestaltete patriotische Gemälde, die an gefallene Heerführer des Siebenjährigen Krieges erinnern sollten.

C.B.Rode, Radierung nach dem Huldigunsgemälde für Ewald von Kleist in der Berliner Garnisonkirche
So entstanden nach 1759 Huldigungen an Kurt Christoph Graf von Schwerin, Ewald von Kleist, Hans Karl von Winterfeld und Jakob von Keith.

Ein fünftes Gemälde fertigte B. Rode Jahre später, erst nach 1786 an - es stellte Hans Joachim von Zieten dar. Diese Gemälde hatten den Charakter von Gedächtnisbildern, gewidmet bekannten und verehrungswürdigen Personen. In der Kirche aufgehängt hatten sie zwei Funktionen - sie erinnerten als Epitaphe an die Verstorbenen, sie sollten aber auch die Verdienste der Toten ins Gedächtnis rufen.
Rode zählte zu den bekanntesten Künstlern seiner Zeit, der sich u.a. Themen und Ereignissen aus der brandenburgisch-preußischen Geschichte widmete. Er hat nach den eigenen Gemälden zahlreiche Radierungen angefertigt, so auch von den in der Berliner Garnisonkirche ausgestellten Huldigungsbildern für die preußischen Generale. Die Radierung war für Rode eine effektive Technik, um seinen historischen Darstellungen ein breites Publikum ganz im Sinne der Aufklärung zu verschaffen.
Theodor Fontane urteilte sehr kritisch über Rodes "Heldenbilder". Zum Zieten-Bild in der Berliner Garnisonkirche schrieb er bissig: "Die Komposition auch dieses Bildes ist Dutzendarbeit und trotz der Prätension, geistvoll sein zu wollen, eigentlich ohne Geist. Auch hier ein bequemes Operieren mit traditionellen Mittelchen und Arrangements. Eine Urne mit dem Reliefbilde Zietens in Front derselben, am Boden ein Löwe, der ziemlich friedlich in einer Zietenschen Husarentigerdecke drin steckt wie ein Kater in einem Damenmuff, außerdem eine hohe Frauengestalt, die einen Sternenkranz auf die Urne drückt, das ist alles. Das Reliefporträt ist schlecht, nicht einmal ähnlich, aber die Urania oder Polyhymnia, die ihm den Sternenkranz bringt, ist in Zeichnung und Farbe um ein wesentliches besser, als gemeinhin Rodesche Figuren (er war ein Meister im Verzeichnen) zu sein pflegen." Rodes Ölgemälde wurden beim Brand 1908 zerstört, 1909 angefertigte Kopien der Gemälde fielen den Bomben des Zweiten Weltkriegs zum Opfer.
Drei unterschiedliche Radierungen hatte Rode nach dem Gedächtnisbild für Ewald Christian von Kleist (1715 - 1759) in der Berliner Garnisonkirche angefertigt. Die erste Radierung zeigt die Göttin der Freundschaft, sweinend an Kleists Urne sitzend, am Sarkophag der Schriftzug, an der Urne ein Bildnismedaillon. Vor dem Sakophag liegen Leier und Schwert - Symbol für Dichtung und Offiziersberuf. Ewald von Kleist stand seit 1741 als Offizier in preußischen Diensten, er nahm am Siebenjährigen Krieg teil, wurde in der Schlacht bei Kunersdorf schwer verwundet und starb an den Folgen dieser Verletzungen.
Bekannt geworden ist er als Lyriker - zu seinem Werk gehören neben der philosophisch-aufklärerischen Dichtung auch klassizistische Oden und patriotische Gedichte.
Die zweite Radierung zeigt am Sarkophag nicht den Schriftzug, sondern eine Reiterschlacht. Die Kämpfenden tragen antike Gewänder, das Bildnis zeigt nun nach links.
Die dritte Radierung zeigt ebenfalls eine Kampfszene am Sarkophag, diesmal aber sind die Soldaten in Uniformen des 18. Jahrhundert gekleidet, auf dem Kopf tragen sie Dreispitze aus der friderizianischen Zeit.

Detail vom Gedenkstein für Christian Bernhard Rode auf dem Friedhof der St. Nikolai- und der Mariengemeinde an der Prenzlauer Allee

Christian Bernhard Rode, Selbstbildnis 1786, Johann Wilhelm Ludwig Gleim in Halberstadt gewidmet
Ab 1815 begann für die Kirche ein Jahrhundert baulicher Veränderungen. Nach den Umbauten von 1817, 1863 und 1900 präsentierte sich die Kirche ihrem Besucher jeweils in neuem Antlitz. Unmittelbar im Gefolge der napoleonischen Kriege war sie im Stile des Schinkelschen Klassizismus gestaltet und durch ein kostbares Geschenk des Kirchenpatrons Friedrich Wilhelm III. bereichert worden - das Altargemälde von Karl Begas "Christus am Ölberg". Der König ordnete 1822 auch die Anbringung vergoldeter Kreuze aus Eisen auf den Giebelseiten des Daches an.
1835 entschied Friedrich Wilhelm III. höchstpersönlich auch über Details der Aufhängung des Altargemäldes "Christus vor Pilatus" von Wilhelm Hensel, das er der Kirche geschenkt hatte. Karl Friedrich Schinkel hatte eine Plazierung des Bildes in der Nikolaikirche Potsdam aus Raumgründen abgelehnt, schlug vor, es "auf der Empore hinter dem Altar" der Berliner Garnisonkirche anzubringen und skizzierte die Idee.
Theodor Fontane: "Wilhelm Hensel gehörte ganz zu jener Gruppe märkischer Männer, an deren Spitze, als ausgeprägteste Type, der alte Schadow stand. Naturen, die man als doppellebiq, als eine Verquickunq von Derbheit und Schönheit, von Gamaschentum und Faltenwurf, von preußischem Militarismus und klassischem Idealismus ansehen kann. Die Seele griechisch, der Geist altenfritzisch, der Charakter märkisch. Dem Charakter entsprach dann meist auch die äußere Erscheinung.
Das Eigentümliche dieser mehr und mehr aussterbenden Schadowtypen war, daß sich die Züge und Gegensätze ihres Charakters nebeinander in Gleichkraft erhielten, während beispielsweise bei Schinkel und Winckelmann das Griechische über das Märkische beinah vollständig siegte. Bei Hensel blieb alles in Balance; keines dieser heterogenen Elemente drückte oder beherrschte das andere und die Neuuniformierung eines Garderegiments oder ein Witzwort des Professors Gans interessierten ihn ebenso lebhaft wie der Ankauf eines Raphael."

Die Zeichnung zeigt den königlichen Vorschlag für die Hängung des Bildes "Christus vor Pilatus". Im Gegensatz zu Schinkel plädierte Friedrich Wilhelm III. für das Belassen der Fenster C und E und lediglich für eine Holzverkleidung des Fensters D.
Die Majestät gewährte 6.000 Taler aus der königlichen Schatulle.

Wilhelm Hensels "Christus vor Pilatus", im Jahre 1834 der Berliner Garnisonkirche durch König Friedrich Wilhelm IV. geschenkt

Ehefrau Fanny und Sohn Sebastian Hensel, die dem Maler Modell für das Bild "Christus vor Pilatus" standen

Berliner Garnisonkirche: Ziborium-Altar mit "Christus am Ölberg" von Karl Begas
aus dem Jahre 1818,
gestiftet von König Friedrich Wilhelm III.
Karl Begas war Vater mehrerer künstlerisch begabter Söhne und einer Tochter, die wie er selbst auch in Berlin tätig waren. Eine Ausbildung erhielt er ab 1813 in Paris im Atelier von Jean Antoine Gros, Studien, die durch den Krieg 1813 -1815 unterbrochen wurden, die er jedoch auf eigene Faust fortsetzte. Als Maler erfuhr Begas seine erste Anerkennung von offizieller Seite 1814 als Friedrich Wilhelm III. in Paris zwei kleinere Werke von ihm kaufte. Nachdem das preußische Königshaus auf Begas aufmerksam geworden war, unterstützte es ihn durch Aufträge für Kopien und Altarbilder, eine Förderung die unter anderem auch die in Paris lebenden Künstler Karl Wilhelm Wach und Wilhelm Hensel erfuhren. 1817 weilte der König wieder in Paris, kaufte ein weiteres Gemälde von Begas, gewährte ihm ein dreijähriges Stipendium und gab ein Bild in Auftrag.
Ab 1821 weilte Begas wieder in Berlin, bevor er 1822 nach Italien ging, sich mit der Malerei des 14. und 15. Jahrhunderts beschäftigte und den Nazarenern zuwandte. In Rom malte er 1823 eines seiner wichtigsten Bilder dieser Schaffensphase, das für die Potsdamer Garnisonkirche geschaffenen Altarblatt „Taufe Christi“.
Ab 1824 in Berlin endgültig sesshaft, wurde er 1826 zum Professor an der Akademie der Künste, 1829 zum Mitglied des akademischen Senats. 1854 starb Begas in Berlin.
Dafür, dass der König 1817 Begas mit dem Altarbild „Christus am Ölberg“ für die Berliner Garnisonkirche beauftragte, sind mehrere Gründe anzunehmen. Ein ganz pragmatischer lag in den Instandsetzungsarbeiten und der klassizistischen Umgestaltung der Garnisonkirche, die im gleichen Jahr erfolgten. Ein maßgeblicher Grund ist nach 1816 die veränderte Liturgie: die Ablösung der Kanzel durch den Altar in der zentralen Funktion des Gottesdienstes, dessen neue Position nach altchristlichem Brauch im Ostteil der Kirche und die damit verbundene Umorientierung der liturgischen Achse von der Querrichtung zur Längsrichtung. In dem Zusammenhang war auch die Ergänzung des Tischaltars mit einen Aufsatz beabsichtigt, was aber für lange Zeit nicht verwirklicht wurde. So bleibt unklar, wie das ab Ende Januar 1819 in der Garnisonkirche zu sehende Bild präsentiert wurde. Ab 1854 befand sich das Bild im Ziborium-Altar hinter dem Altartisch. Es wurde beim Brand der Berliner Garnisonkirche im Jahre 1908 vernichtet.
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