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GRABZEICHEN DES ROMANTISCHEN KLASSIZISMUS |
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Die der Architektur entnommenen gotischen Stilelemente der Gumtau-Grabmäler,
kombiniert mit dem der Antike entlehnten, separat gegossenen und applizierten
Siegeskranz und die antikisierenden Formelemente des Grabmals Trützschler
führen anschaulich das breite Gestaltungsvermögen der Berliner
Eisenkunstgießerei im 19. Jahrhundert vor. Der gestalterische Gleichklang
der Grabdenkmäler für Carl Friedrich (†1847), Pauline (†1864)
und Paul Gumtau (†1904) spricht sowohl von familiäre Verbundenheit
als auch von der traditionsbewußten Verbindlichkeit des gotisierenden Stils
bis in das 20. Jahrhundert hinein. Die Grabdenkmäler, ursprünglich
schwarz gefaßt, die Inschriften, Innenleisten und Kränze vergoldet,
sind in den letzten Jahren restauriert worden. |
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flankierenden Bäume und der diese schützend und distanzerheischend umgebenden Grabgitter für den heutigen Betrachter erheblich vermindert. |
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Aus der Gruppe der steingesockelten, gußeisernen Kreuze
mit neugotischem Dekor zählen neben dem erst 1993 verschleppten schlichten
Grabkreuz des Hauptmannes und Specialdirektors der Berlin-Potsdamer Eisenbahn,
Hermann Baron von Puttkamer (1804-1844) etwa die Grabkreuze für
den Generallieutnant und Kommandierenden General Carl Heinrich von Block
(1781-1839) und seiner Tochter (?), Ida von Block (1837-1863), zu den
schlichtesten, aber auch am klarsten formulierten Stücken. Bedeutend
aufwendiger scheint daneben das Kreuz des Grabmals für Werner Baron
von der Osten-Sacken (1821-1889), das auf der Rückseite eine
christliche Trost-Botschaft vermittelt: Es sollen Berge weichen / und
Hügel fallen / Aber meine Gnade soll / nicht von Dir weichen - Jes.
54. V. 10. Erwähnenswert sind auch die Grabkreuze des Obristleutnants
Heinrich von Gutzmerow (1785-1861) und seiner Frau Friederike von Gutzmerow
(1795-1877) mit zartem Binnenmaßwerk und ebenso die reichverzierten Grabkreuze
für den Oberstleutnant à la suite und Platzkommandanten von
Berlin, Hans von Westerhagen (1846-1896), und den Obristen und 1. Adjutanten
des Prinzen Carl von Preußen, Wilhelm Graf Hoym (1790-1849). |
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Am Grabmal von Fabeck gab es zusätzlich als Schmuck
in den Endornamenten noch jeweils einen Stern (Himmelssymbol) und über
der Inschrift die Darstellung eines Schmetterlings, dem zierlichen Symbol
und Attribut der Psyche (Personifikation der menschlichen Seele). Gotische
Stilzitate als Hinweis auf Patriotismus und/oder auf Religiosität
und antike Bildsymbole, wie Stern, Schmetterling sowie Kranz haltende
oder -werfende Siegesgenien sind durchaus häufiger an ein- und demselben
Grabmal zu finden. |
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Von den Grabkreuzen mit rein antikisierendem Dekor sind
insbesondere das mit Palmettenenden geschmückte Kreuz für den
Obersten der Artillerie, Friedrich Wilhelm von Graumann (1791-1847),
das schlichte Grabkreuz für den Leutnant und Kommandanten von Berlin,
Carl Georg von Loebell (1777-1841), ferner die mit Palmetten verzierten,
ehemals schwarz und gold (Inschrift, Dekor) gefaßten Kreuze für Jeanette
von Stülpnagel, geb. von Blankenstein (1786-1865), und für den
General der Infanterie und Domherren von Brandenburg, Ferdinand Wolff
von Stülpnagel (1813-1885), erwähnenswert. |
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Familie Teichert besteht aus einem hohen dreiteiligen
Sockel über quadratischem Grundriß. Über dem mit Inschriften
geschmückten Sockel erhebt sich ein leichter, fialenartiger Tabernakelbaldachin,
dessen vier Ecksäulen ein spitzes Dach mit reich mit Krabben (Blattornament
der Gotik), Kreuzblumen und durchbrochen gegebenem Maßwerk geschmückten
Wimpergen und Dienste tragen. Eine hohe Spitze, gleichfalls mit Krabben
besetzt und von einer Kreuzblume bekrönt, sitzt dem Dach auf und
unterstreicht so die "gotische" Vertikalität des Grabdenkmales. Unter dem Baldachin war ein vermutlich vergoldeter Todesgenius mit gesenkter
Fackel eingestellt. Die ephebenhafte Gestalt war bis auf ein weit herabgerutschtes,
antikisierendes Gewand unbekleidet. Die Ablehnung der gotischen Skulptur
in der Zeit des Klassizismus führte häufig dazu, daß neugotische
Architektur mit klassizistischen Figuren geschmückt wurde. |
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von der Osten-Sacken, geb. von Dieskau (1733-1811), auf
dem II. Dreifaltigkeitskirchhof an der Bergmannstraße, 1827 geschaffen
von Friedrich Tieck nach einem Entwurf Schinkels, ist noch stärker
den antiken Idealplastiken nackter Jünglinge nachempfunden. Auch
der Genius Teichert transportierte etwas von der erotischen Schönheit
griechisch-antiker Jünglingsskulpturen, zumal sein Gewand im Bereich
des Gesäßes geradezu neckisch herabgeglitten war. |
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