Julius August Reinhold von Grawert
(1746 -1821) General von der Infanterie, Ritter des Ordens Pour le mérite (1789), Ritter des Ordens vom Schwarzen Adler (1810)
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Eberhard von Hager
Generalleutnant (1723 - 1790) , beigesetzt in der Berliner Garnisonkirche
1742 Fähnrich im IR 22, 1757 Kompaniechef, 1768 Kommandeur des IR 22, Ritter des Ordens Pour le mérite, 1776 Oberst, 1783 Chef des IR 38, 1784 Generalmajor, 1790 Generalleutnant und Direktor des 1. Departements im Oberkriegskollegium
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Karl Friedrich von Holtzendorff
Generalleutnant, Geboren am 17. August 1764, gestorben am 26.9.1828. Seine militärische Laufbahn begann er im Artillerieregiment I. Er war Teilnehmer des Feldzuges gegen den polnischen Aufstand von 1794 und der Feldzüge von 1806 und 1813/15 gegen Napoleon. Ab 1825 war Holtzendorff Generalinspekteur des preußischen Militärerziehungs- und Bildungswesens. Die künstlerisch hochwertige Bronzetafel an seinem Grabstein trägt die Inschrift: Dem General Lieutenant von Holtzendorff - die Offiziere der Artillerie MDCCCXXIX. Er befindet sich im Feld III.
Friedrich Adolf Graf von Kalckreuth
1737-1818, beigesetzt am 13.6. in der Garnisonkirche Berlin, General-Feld-Marschall und Gouverneur Berlins
Vater kursächsischer Major, 1752 Eintritt in die Armee im Garde du Corps als Standartenjunker, 1753 Kornett, 1757 Leutnant, 1758 Generaladjutant beim Prinzen Heinrich von Preußen, 1760 Rittmeister, 1762 Major, 1769 Eskadronchef im Dragonerregiment 8, 1775 Oberstleutnant, 1782 Oberst, Kommandeur Dragonerregiment Nr. 8, 1784 Chef des Kürassierregiments Nr. 7, 1785 Generalmajor, 1786 in den Grafenstand erhoben, 1788 Chef des Dragonerregiment Nr. 5, Generalinspekteur der west- und ostpreußischen Kavallerie, 1790 Generalleutnant, 1792 Roter Adlerorden, Teilnahme am Feldzug gegen Frankreich 1792/95 (Mainz, Kaiserslautern), 1793 Schwarzer Adlerorden für Mainz (24.7.1793), 1795 Gouverneur von Danzg und Thorn, 1798 General von der Kavallerie, 1807 Verteidigung von Danzig gegen Napoleon, Orden Pour le mérite, Russ. Alexander-Newski-Orden, Schwedischer Schwert-Orden, Generalfeldmarschall, Gouverneur von Königsberg, Kommandierender General von Ostpreußen und Litauen, 1809 Gouverneur von Berlin, 1813 Gouverneur von Breslau, 1814 Berlin
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Christoph Wilhelm von Kalckstein
1682-1759, beigesetzt in der Berliner Garnisonkirche, Feld-Marschall
1702 Eintritt in das hessen-kasselsche Grenadierregiment, 1704 Adjutant beim Erbprinzen von Kassel, 1709 Übertritt in die preußische Armee, eingestellt als Major IR 5, 1715 als Oberstleutnant zum IR 1 versetzt, 1718 Oberst, Gouverneur beim Kronprinzen Friedrich, 1723 Kommandeur IR 1, gleichzeitig Gouverneur beim Kronprinzen, 1729 Chef IR 25, Ende der Tätigkeit als Gouverneur, 1733 Generalmajor, 1736 Oberaufsicht Berliner Charité, 1741 Generalleutnant, Schwarzer Adlerorden für Brieg am 9.5., 1745 General von der Infanterie, Gouverneur von Glogau, 1747 Generalfeldmarschall
James von Keith, Feldmarschall
Geboren auf Schloss Inverugie (Schottland) am 11. Juni 1696, beteiligt am bewaffneten Aufstand der Anhänger der Stuarts gegen die englische Krone. Nach Mißlingen der Aktion mußte er nach Frankreich fliehen, trat in spanische Dienste, ab 1728 als General, später Feldmarschall in der russischen Armee. 1743 Botschafter Rußlands in Schweden, ab 1747 am Hofe Friedrichs II. In Potsdam. Der preußische König befördete ihn zum Feldmarschall, zeichnte ihn mit dem Schwarzen Adlerorden aus und ernannte ihn 1749 zum Gouverneuer der Festung Berlin.

Am 14. Oktober 1758 in der Schlacht von Hochkirch gefallen, beigesetzt in den Grüften der Berliner Garnisonkirche. Die mumifizierte Leiche des Feldmarschalls wurde von Menzel 1873 in den Grüften der Garnisonkirche gezeichnet.

Friedrich Heinrich Ferdinand Emil Graf Kleist von Nollendorf
1772-1823, beigesetzt am 20.2. in der Garnisonkirche, 1821 Ehrenbürger der Stadt Berlin, Sohn des Domdechanten Brandenburg/Havel Geheimer Rat Friedrich Conrad v.Kleist, Mutter eine geb. von Schwerin,
1775 Page am Hofe des Prinzen Heinrich, 1778 Fähnrich im IR 46, 1783 Sekondeleutnant, 1784 Adjutant, 1790 Generalstab, 1792 Kapitän, Teilnahme am Feldzug gegen Frankreich 1792/95, 1792 Orden Pour le mérite, 1793 Inspektionsadjutant bei General von Möllendorff, 1795 Major, 1796 Aufnahme in den Johanniterorden, 1799 Bataillonskommandeur im IR 13, 1803 Generaladjutant (Infanterie) bei König Friedrich Wilhelm III., 1805 Oberstleutnant, 1806 Oberst, Jena/Auerstedt, 1808 Generalmajor und Chef der niederschlesischen Brigade, 1809 Stadtkommandant von Berlin, 1810 Roter Adlerorden Klasse III, 1812 Rußlandfedzug, Befehlshaber der Infanterie des mobilen Korps, Roter Adlerorden Klasse II und I, Orden der Ehrenlegion, Generalleutnant, Feldzüge 1813/15: 1813 Kommandant des mobilen Armeekorps, EK II, EK I für Bautzen, Schwarzer Adlerorden für Kulm, 1814 Chef IR 6, General der Infanterie, Nachfolger des General von Yorck als Befehlshaber der preußischen Truppen, 1814 Erhebung in den Grafenstand "Graf Kleist von Nollendorf", 1821 Ruhestand mit dem Titel Generalfeldmarschall
Karl Friedrich von dem Knesebeck
Geboren am 5.5.1768, gestorben am 12.1.1848. Er war als Oberst Generaladjudant des Königs Friedrich Wilhelm III. und beteiligte sich in den Befreiungskriegen am Zustandekommen des Bündnisses zwischen Preußen und Rußland gegen Frankreich. In der Militärgeschichte wurde ihm der Plan zugeschrieben, Napoleon in die Weiten Rußlands zu locken, um ihn hierdurch strategisch zu besiegen. Die französische Kriegsgeschichtsschreibung soll v.d. Knesebeck gleichfalls als Urheber dieses Feldzugsplanes ansehen. Allerdings bescheinigten ihm Gneisenau und Mehring eine zögernde Haltung, Fontane dagegen rühmte seine Entschlußkraft. Ein Jahr vor seinem Tode wurde er zum Generalfeldmarschall befördert. Die Eintragung im Begräbnisregister lautet:
„19.1.1848 Generalfeldmarschall Freiherr von dem Knesebeck, Exz. Marienplatz im Gitter links neben der verst. Gemahlin“ Das Grab befindet sich im Feld III,

Unter den Offizieren, die in der Garnisonkirche oder auf dem -friedhof bei¬gesetzt wurden, sind auch solche Persönlichkeiten, die an den Feldzügen Preußens gegen das revolutionäre Frankreich 1792-1794 und gegen die polnischen Aufständischen 1794 teilnahmen und in ihren Lebenserinnerungen, ihren Briefen oder ihren militärhistorischen Analysen eindrucksvoll Schilderungen der Feldzüge, der politischen Entwicklungen und vieler persönlichen Details ihres Offiziersdaseins hinterlassen haben.
Der bekannteste unter ihnen war der damalige Leutnant Karl Friedrich von dem Knesebeck (17681848). Einer der Schnittpunkte der Geschichte der preußischen Armee und der Biographien ihrer Offiziere war die Kanonade von Valmy am 20. September 1792, die durch Goethes bekannten Satz "Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen" Berühmtheit erlangte. Dabei gewesen sind zusammen mit K. F. v. d. Knesebeck in den preußischen Regimentern vor Valmy: Heinrich von Minutoli (1772-1846), Carl Andreas von Boguslawski (1758-1817), Georg Friedrich Ludwig von Tempelhoff (1737-1807), Johann Eberhard Ernst Herwarth von Bittenfeld (1753-1833), Heinrich Christoph Karl Hermann Graf von Wylich und Lottum (1773-1830), Friedrich Adolf Ludwig von Bismarck (1766-1830), Johann Carl Ludwig Braun (1771-1835), Johann Wilhelm von Krauseneck (1774-1850), Johann Otto Heinrich von Schmidt (1758-1841), Ludwig Mathias Nathaniel Gottlieb von Brauchitsch (1757-1827), Peter von Colomb (1775-1854), Karl Ludwig von Oppeln-Bronikowski (1766-1842), Karl Leopold Heinrich Ludwig von Borstell (1774-1844), Ludwig Ernst Philipp von Toll (1775-1851).
Von denen, die in den Grüften der Garnisonkirche beigesetzt wurden, hatten Friedrich Heinrich Ferdinand Graf Kleist von Nollendorf (1772-1823), Karl Ludwig Bogislaw von Goetze (1743-1806), Karl Franz Freiherr von der Goltz (1740-1804), Anton Wilhelm von L'Estocq (1738-1815), Friedrich Adolf Graf von Kalckreuth (1737-1818) an diesen Feldzügen teilgenommen.
IV/79 Karl Friedrich von dem Knesebecks Brief an Gleim in Halberstadt aus dem Lager bei Verdun, 3. September 1792, also drei Wochen vor Valmy . Der Brief, geprägt von den Illusionen des preußischen Offizierskorps, beginnt mit den Worten: „Die größten Schwierigkeiten sind gehoben, zwei Festungen sind in unseren Händen. Es hält uns nichts mehr auf, gerade nach Paris zu gehen!“
Eine Kriegsheirat 1815
Auch in Kriegszeiten wurde in der Garnisonkirche getauft, getraut und getrauert. Karl Friedrich von dem Knesebeck, Königlich-Preußischer Oberst im Generalstab, heiratete im Alter von 49 Jahren am 7. Mai 1815, acht Wochen nach der Rückkehr Napoleons von Elba und sechs Wochen vor der Schlacht von Waterloo, die damals 42jährige Adolphine, geborene von Klitzing, geschiedene von Werdeck - eine Jugendfeundin Heinrich von Kleists.
Adolphine Susanne Luise Karoline Johanna von dem Knesebeck
Ehefrau des Generals von dem Knesebeck, gesch. von Werdeck, geb. von Klitzing
Geboren am 27.9.1772, gestorben am 26.3.1844.
Als Tochter des preußischen Generalmajors Karl Friedrich von Klitzing (1728-1786) wächst Adolphine (Schreibweise auch Adolfine) auf dem Familiengut Schorbus in der Nähe von Cottbus auf und kommt in ihrer Jugend in enge freundschaftliche Beziehung zu Heinrich von Kleist. 1791 heiratet sie den preußischen Kriegs- und Steuerrat Christoph Wilhelm von Werdeck, einen trockenen Beamten, der ihren geistigen Ansprüchen nicht gerecht wird und von dem sie sich schließlich 1813 scheiden läßt. Während der Potsdamer Amtszeit ihres Ehemanns wird sie enge Vertraute der preußischen Königin Luise; in dieser Zeit und auf mehreren Auslandsreisen kommt es zu weiteren intensiven Kontakten zu H. V. Kleist und seinem Kreis und zu einem regen Briefwechsel. Überliefert sind Stellen aus dem Tagebuch einer Schweizreise Adolphine von Werdecks vom August 1803, in der sie die Begegnung mit Heinrich von Kleist schildert.
Heinrich von Kleist hatte in ein Exemplar von Moses Mendelssohns „Phädon“ seiner Freundin Adolphine von Werdeck die folgende Widmung geschrieben: „Wo die Nebel des Trübsinns grauen, flieht die Teilnahme und das Mitgefühl. Der Kummer steht einsam und vermieden von allen Glücklichen wie ein gefallener Günstling. Nur die Freundschaft lächelt ihm. Denn die Freundschaft ist wahr, und kühn, und unzweideutig. H.K.“
Im Jahre 1815 heiratet Adolphine, die geschiedene von Werdeck, den damaligen preußischen Obersten Karl Friedrich von dem Knesebeck (1768 1848), lebt in Berlin und entwickelt eine rege schriftstellerische Produktion. Leider sind die meisten Briefe, Tagebücher und Reisebeschreibungen verloren.

Die Berliner Dichterin und Novellistin Helene von Hülsen (1829 1892), Gemahlin des preußischen Offiziers und Theaterintendanten Botho von H. (1815 1886) hatte in der Wochenschrift „Der Bär von Berlin“ in den Jahrgängen 1889/90 in einer Fortsetzungsfolge Briefe Adolphines von dem Knesebeck aus den Jahren 1825 bis 1840 an Familienangehörige veröffentlicht, die ein interessantes Bild der Berliner Hof-, Diplomaten- und Militär-Gesellschaft zeichnen und auch den lebendigen Stil der Jugendfreundin Heinrich von Kleists verdeutlichen. Die Schriftstellerin H.v. Hülsen charakterisiert ihre Großtante mit bewundernden Worten: „Adolfine von dem Knesebeck, geborene von Klitzing, war eine durchaus eigentümliche, in ihrer Art einzige Erscheinung ... Ungewöhnliche Schärfe des Verstandes, Güte des Herzens, eigenartige Lebensverhältnisse und Schicksale hatten diesen Charaktere so originell und scharf ausgeprägt, daß er der Mehrzahl der Fernerstehenden ein unlösbares Problem blieb, und selbst in ihrem engeren Familienkreise oft nicht verstanden wurde. In den Kreisen des Hofes ihres oft beißenden Witzes halber mehr gefürchtet als geliebt und bewundert, zeigte Adolfine von dem Knesebeck ihr warmes, für alle, die sie liebte, so opferfähiges Herz nur wenigen in seinem ganzen Reichtume ...“ In der Vorrede zu der Briefsammlung hatte übrigens Helene von Hülsen sehr beredt die Begegnung ihrer Großtante mit dem damaligen ersten Konsul Bonaparte in Paris geschildert für die Familie ein Ereignis von welthistorischer Bedeutung.
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