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Aufhängung eines zweiten Altargemäldes, das
er der Kirche geschenkt hatte. 1863 wurde das Kircheninnere durch die Geheimen Oberbauräte Friedrich August Stüler und August Ferdinand Fleischinger verändert und erneuert.
Auf Stülers Pläne geht auch der Einbau eines Altartisches aus den Jahren 1853/54 zurück, der als eine der wenigen steinerne Zeugen der wechselvollen Geschichte der Kirche heute im Lapidarium auf dem Alten Garnisonfriedhof zu sehen ist - leider ohne die steinernen Originalsäulen. Die grauweiße Tischplatte besteht aus schlesischem Marmor (Großkunzendorf in Schlesien), die roten Innenfelder der Spiegel aus französischem Marbre du Roi (Villefranche-de-Conflent, Departement Pyrenées-Orientales) und die grünen äußerem Rahmen der Spiegel aus niederschlesischem "Gabbro" (Zobtenberg, Sudetenvorland).
Die Kirche erfuhr, wiederum auf Befehl ihres Patrons, am Ende des Jahrhunderts einen völligen Umbau.
Adolph Menzel sollte unverhofft Gelegenheit bekommen, einige Helden aus der Zeit Friedrichs des Großen persönlich zu Angesicht zu bekommen. Im Jahre 1873 öffnete der Kirchenvorstand in Menzels Anwesenheit viele der 900 Särge in der Gruft zur Feststellung der Namen. In einem Sarg wurde ein preußischer Feldmarschall vollkommen konserviert vorgefunden, mit Haupthaar sowie dem Schwarzen Adlerorden auf der Brust. Menzel sagte sofort: "Das ist Keith, den erkenne ich an der Ähnlichkeit!" |

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Mehrfach muß der Künstler in jenem Jahr die
Kellertreppe, die von der Seite der Predigerhäuser zum Gewölbe
führte, hinab gestiegen sein. An den geöffneten Särgen
fertigte er Bleistift-Studien von Leichen und Uniformen, die sich in der
Gruft über mehr als ein Jahrhundert zum Teil völlig erhalten
hatten.
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts war die Garnisonkirche wieder stärker
in das öffentliche Leben getreten. Garnisonprediger Friedrich Adolph
Strauß, von 1858 bis 1869 im Amt, konnte in der Kirche wiederholt
Mitglieder der königlichen Familie begrüßen. Den Dankgottesdiensten
nach den Kriegen Preußens gegen Dänemark und Österreich
wohnte Wilhelm I. persönlich bei. Beginnend in den dreißiger
Jahren, erwies sich die Garnisonkirche wegen ihrer Orgel und Akustik als
begehrte Bühne für Musiker aus Berlin und anderen deutschen
Städten.
Garnisonprediger Emil Frommel (1828-1896) war Sohn des Direktors der großherzoglich-badischen Galerie in Karlsruhe. Als Student der Theologie nimmt Frommel an den revolutionären Ereignissen 1848 als Burschenschaftler teil, distanziert sich aber im Herbst von der Bewegung. Auf Empfehlung eines Freundes wird Frommel als Prediger der Gardedivision nach Berlin geholt. Im Februar 1870 bezieht er das Garnisonpfarrhaus in der Neuen Friedrichstraße. Im Juli gingen die Gardedivisionen ins Feld. Nach dem Sieg bei Wörth drängte auch Frommel die Vorgesetzten, ihn an die Front zu schicken. Er wird Soldat, geht an die Front ins Elsaß. Nach der Kapitulation Straßburgs hält er den Gedenkgottesdienst in der Thomaskirche. Auf eigenen Wunsch bleibt er in Straßburg und wird zum Garnisonpfarrer von Straßburg ernannt. Frommel, geschmückt mit dem Eisernen Kreuz, hielt im Juni 1871die Predigt beim Dankgottesdienst in Anwesenheit des Kaisers in der Garnisonkirche. 1871 ist Kirchentag in der Garnisonkirche: die Oktober-Konferenz. Frommel kam am ersten Tag zu Wort, auf besonderen Wunsch des Kaisers. Unter Frommel erlebt die Garnisonkirche ab 1872 einen Besucherzuwachs, besonders von Seiten der Offiziersfamilien der Garnison.
Auch zu Kaiser Wilhelm II. sind die Beziehungen Frommels eng. 1890 nimmt er auf Weisung des Kaisers als Komittee-Mitglied an der Reichs-Schulkonferenz teil, einberufen zur Bekämpfung des Sozialismus und der Reste der humanistischen Bildung, und ist dort einer der härtesten Verfechter des nationalen Gedankens und einer "Reform" des Schulsystems.
Als "Volksschriftsteller" wird Emil Frommel bekannt und berühmt, seine Themen sind die Kriegserlebnisse und das einfache, bescheidene Leben, die Abkehr von Utopien, das Sich-Abfinden mit den Bedingungen des Alltags. Sein Wunsch war es gewesen, auf dem Garnisonfriedhof ein Kruzifix gesetzt zu bekommen. Der Leipziger Bildhauer Trebst führte es in Carrara-Marmor aus.
Die Kirche im Jahre 1896
Am Abend des 13. April 1908 gegen 8 Uhr bricht
Feuer in der Garnisonkirche aus. Der Brand war in der Nähe der Orgel
ausgebrochen und hatte das gesamte Kircheninnere oberhalb der Emporen
erfaßt. Die alte Kanzel, der Taufstein und einzelne Altargeräte
konnten den Flammen noch entrissen werden, ebenso das an Urkunden und
Akten reiche Archiv der Kirche. Dagegen konnten das große Altarbild,
die Bilder Rodes, die Fahnen und die Orgel nicht gerettet werden. Obwohl
1896 eine zweite evangelische Berliner Garnisonkirche am Südstern
gebaut worden war, ordnete Wilhelm II. den unverzüglichen und orginalgetreuen Wiederaufbau der Alten Berliner Garnisonkirche an. Nur das Dach
hatte jetzt eine Mansardenform erhalten. Am 29. August 1909 wurde der
Neubau in Gegenwart des Kaisers feierlich eingeweiht.
Der Zusammenbruch des Kaiserreiches blieb für die Berliner
Garnisonkirche nicht ohne Folgen. Nun war die Garnison aufgelöst
und damit wohl auch deren Gemeinde. Einen Patron hatte die Garnisonkirche
auch nicht mehr. Deren Status und Rechtsverhältnisse als vormalige
königliche Stiftung erwiesen sich im republikanischen System als
äußerst kompliziert. Unter der Obhut des Reichswehrministeriums
stehend, wurde die Kirche vom Garnison-Kirchen-Kollegium verwaltet. Von
1919 bis 1933/34 gehörte diesem der Feldpropst der Armee und der
Marine, D. Friedrich Gottlob Erich Schlegel, an. Nach 1919, als in der
Kirche kurzzeitig Kinovorführungen stattgefunden hatten, stand sie
während der Weimarer Republik vor allem Traditionsverbänden
der Reichswehr zur Verfügung.
Bis 1936 scheint sich eine Regelung der unklaren Rechtsverhältnisse
hingezögert zu haben. Dann bemühte sich die Wehrmacht um das
Patronat. Sie betrachtete sich als rechtmäßiger Nachfolger,
da das Vermögen der einstigen königlichen Stiftung nicht nur
aus Schenkungen Friedrich Wilhelms I., sondern auch aus Spenden von Heeresangehörigen
erwachsen war. Trotz aller rechtlichen Unklarheiten erlebte das Gotteshaus
weiterhin seinen kirchlichen Alltag. Bis in das Jahr 1943 geben die Kirchenbücher
Auskunft. Am 21. November soll das Kirchengebäude seinen letzten
Gottesdienst erlebt haben, bevor es am 23. November 1943 von einer Bombe
getroffen zur Ruine ausbrannte.
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