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Preußens Niederlage bei Jena und Auerstedt 1806
schlug auch auf die Berliner Garnisonkirche zurück. Nach Napoleons
Einzug in Berlin wurde die Kirche zu einem Heu- und Branntweinmagazin
zweckentfremdet. Damit nicht genug, wurden in der Gruft auf der Suche
nach Trophäen die Särge erbrochen und geplündert. Die Fahnen
aus den Schlesischen Kriegen hatte man vor den Franzosen versteckt. Das
19. Jahrhundert darf für die Kirche als das Jahrhundert der Umbauten
bezeichnet werden. Nach den großen Umbauten von 1817, 1863 und 1900
präsentierte sich die Kirche ihrem Besucher jeweils in neuem Antlitz.
Nach 1815 war sie im Stile des Schinkelschen Klassizismus gestaltet und
durch ein kostbares Geschenk des Kirchenpatrons Friedrich Wilhelm III.
bereichert worden - das Altargemälde von Karl Begas "Christus
am Oelberge". Der König ordnete 1822 auch die Anbringung vergoldeter
Kreuze aus Eisen auf den Giebelseiten des Daches an und entschied 1835
über Details der
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Aufhängung eines zweiten Altargemäldes, das
er der Kirche geschenkt hatte. 1863 wurde das Kircheninnere durch die Geheimen Oberbauräte Friedrich August Stüler und August Ferdinand Fleischinger verändert und erneuert.
Auf Stülers Pläne geht auch der Einbau eines Altartisches aus den Jahren 1853/54 zurück, der als eine der wenigen steinerne Zeugen der wechselvollen Geschichte der Kirche heute im Lapidarium auf dem Alten Garnisonfriedhof zu sehen ist - leider ohne die steinernen Originalsäulen. Die grauweiße Tischplatte besteht aus schlesischem Marmor (Großkunzendorf in Schlesien), die roten Innenfelder der Spiegel aus französischem Marbre du Roi (Villefranche-de-Conflent, Departement Pyrenées-Orientales) und die grünen äußerem Rahmen der Spiegel aus niederschlesischem "Gabbro" (Zobtenberg, Sudetenvorland).
Die Kirche erfuhr, wiederum auf Befehl ihres Patrons, am Ende des Jahrhunderts einen völligen Umbau.
Adolph Menzel sollte unverhofft Gelegenheit bekommen, einige Helden aus der Zeit Friedrichs des Großen persönlich zu Angesicht zu bekommen. Im Jahre 1873 öffnete der Kirchenvorstand in Menzels Anwesenheit viele der 900 Särge in der Gruft zur Feststellung der Namen. In einem Sarg wurde ein preußischer Feldmarschall vollkommen konserviert vorgefunden, mit Haupthaar sowie dem Schwarzen Adlerorden auf der Brust. Menzel sagte sofort: "Das ist Keith, den erkenne ich an der Ähnlichkeit!"
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Mehrfach muß der Künstler in jenem Jahr die
Kellertreppe, die von der Seite der Predigerhäuser zum Gewölbe
führte, hinab gestiegen sein. An den geöffneten Särgen
fertigte er Bleistift-Studien von Leichen und Uniformen, die sich in der
Gruft über mehr als ein Jahrhundert zum Teil völlig erhalten
hatten.
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts war die Garnisonkirche wieder stärker
in das öffentliche Leben getreten. Garnisonprediger Friedrich Adolph
Strauß, von 1858 bis 1869 im Amt, konnte in der Kirche wiederholt
Mitglieder der königlichen Familie begrüßen. Den Dankgottesdiensten
nach den Kriegen Preußens gegen Dänemark und Österreich
wohnte Wilhelm I. persönlich bei. Beginnend in den dreißiger
Jahren, erwies sich die Garnisonkirche wegen ihrer Orgel und Akustik als
begehrte Bühne für Musiker aus Berlin und anderen deutschen
Städten.
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