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DIE ALTE BERLINER GARNISONKIRCHE
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Als Kirche für das Militär präsentierte sich die Berliner Garnisonkirche zwischen 1703 und 1943 dem Betrachter janusköpfig: einerseits war sie ein Ort der stillen Andacht von Soldaten, Offizieren und deren Familien - andererseits eine Kultstätte, in der man sich laut und mit geschwellter Brust der militärischen Siege rühmte. Woran liegt es, daß die Kirche, die einst glanzvolle Tage erlebte, heute vergessen scheint? Wohl daran, daß sie nie so berühmt wie die "Königliche Hof- und Garnisonkirche" in Potsdam wurde. Zudem erlebte die Kirche ab 1918, als die Garnison aufgelöst wurde und Kaiser Wilhelm II. ins holländische Doorn floh, stille Zeiten. Nach der Zerstörung 1943 lag die Kirche dann als eine von vielen Ruinen inmitten der zerstörten Stadt. Sie wurde abgerissen und geriet fast gänzlich in Vergessenheit. Der Standort der Garnisonkirche (auf der Karte roter Punkt) befand sich in Berlin-Mitte, dort wo die Anna-Louisa-Karsch-Straße (früher Neue Friedrichstraße) in die Spandauer Straße mündet . Eine Inschrift über der Tür des Hauses Anna-Louisa-Karsch-Straße 9 verweist darauf, daß dieses Gebäude einst als Garnison-Pfarramt genutzt wurde. Auf dem Nachbargrundstück, wo sich heute heute eine Straßenbahnhaltestelle befindet, am Schnittpunkt von Garnison |
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DIE KIRCHE IM 18. JAHRHUNDERT
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Die Garnisongemeinde zu Berlin entstand 1655 als erste ihrer Art in Brandenburg-Preußen. Ihre Gründung steht im Zusammenhang mit dem Neuaufbau des Staatswesens nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges. Das neu geschaffene stehende Heer bedurfte einer bis dahin nicht vorhandenen Garnisonsstruktur und inneren Ordnung. In der von strenger ständischer Gliederung und Leibeigenschaft geprägten Gesellschaft übernahm das Regiment obrigkeitliche Funktionen für die Soldaten; die Kirchgemeinde sollte von jenen der Stadtbürgerschaft unabhängig sein. Die Stände und der Landtagsrezeß von 1653 Der Grundstein für die Berliner Garnisonkirche wurde im Jahre 1701 gelegt. Will man ihre Geschichte erzählen, muß man weiter zurückblicken: in die Regierungsjahre Friedrich Wilhelms, des Großen Kurfürsten (1640 - 1688).
Wüst war die Mark 1648 nach dreißig langen Jahren Krieg; Mensch und Tier getötet, ganze Orte verlassen ein Neuanfang unter Führung des jungen Fürsten Friedrich Wilhelm mußte auch den militärischen Schutz der Kurmark bedeuten. Das Geld für ein stehendes Heer, für die Befestigung der Städte wurde den Ständen aufgebürdet. Vor 350 Jahren, im Sommer 1653, konnte der Kurfürst den Widerstand der Stände brechen der Kompromiß mit dem Landtag sah eine jährliche Summe von 530 000 Talern für das kurfürstliche Heer vor. Die Gegenleistung: Friedrich Wilhelm sicherte den adligen Grundbesitzern alle ständischen Privilegien wie Steuer- und Zollfreiheit, Obrigkeitsrecht über die Bauern, Verfügung über deren Frondienste, Festschreibung von bestehenden Leibeigen
Als der Große Kurfürst die Söldnerheere nicht mehr vollständig auflöste und mit dem Aufbau eines stehenden Heeres begann, schickte man die Feldprediger nicht nach Hause. Sie wurden Regimentern zugeordnet, um die Soldaten nicht nur während des Krieges, sondern ebenso in Friedenszeiten zu betreuen. So entstand schrittweise mit den Garnisonen auch eine militärkirchliche Struktur. |
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Die erste Garnisonkirche im preußischen
Staat wurde auf Weisung König Friedrichs I. als Kirche der Berliner
Garnisongemeinde von 1701-1703 erbaut. Der Entwurf stammte vom Hofbaumeister
Martin Grünberg (1655 - 1706). Dieser hatte mit Johann Arnold
Nering einen berühmten Vorgänger, mit Philipp Gerlach einen
nicht minder bekannten Nachfolger. Er selbst scheint vergessen, obwohl
von ihm bedeutende Berliner Kirchen stammen und er an nahezu allen großen
Bauvorhaben seiner Zeit mitwirkte: am Zeughaus, am Großen Friedrichshospital
und am Bau des Charlottenburger Schlosses. |
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Das Schulgebäude war völlig zerstört,
die Garnisonkirche stark beschädigt. |
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Eine Gruft in der Kirche scheint nichts Besonderes. Die unterirdische Begräbnisstätte in der Berliner Garnisonkirche darf sich dennoch so bezeichnen, entwickelte sie sich doch im Laufe der Zeit zum Prominentenfriedhof der preußischen Armee. Im Jahre 1723 angelegt, arbeitete König Friedrich Wilhelm I. persönlich die Gebührenordnung für Beisetzungen in der Gruft aus - wichtige Einnahmen für die Kirchengemeinde. Wer war beigesetzt in den Grüften? Klicken Sie auf die folgenden Bilder!. Bis 1830 wurden in der Gruft unter der Garnisonkirche 14 Generalfeldmarschälle und 50 Generale zur letzten Ruhe gebettet, unter ihnen enge Vertraute Friedrichs II. und Heerführer der antinapoleonischen Kriege: Reichsgraf Alexander Hermann v. Wartensleben (1734), Dubislav Gneomar v. Natzmer (1739), Hans Heinrich v. Katte (1741), Adrian Bernhard Graf von Borcke (1741), Caspar Otto von Graf Glasenapp (1747), Samuel v. Schmettau (1751), Hans Christoph Friedrich Graf von Hacke (1754), Jakob v. Keith (1758) und Christoph Wilhelm v. Kalckstein (1759), Johann Jobst Heinrich Wilhelm von Buddenbrock, Gouverneur des Kadettenkorps (1781), Friedrich Adolf Graf von Kalckreuth (1818), Friedrich Heinrich Ferdinand Emil Graf Kleist von Nollendorf (1823). |
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In der Kirche fanden die Soldaten und Offiziere der Regimenter der Berliner Garnison und ab 1717 der Berliner Kadettenanstalt seelsorgerische Betreuung. Die rot unterlegten Namen kennzeichnen Offiziere, die als Kommandeure oder Chefs ihrer Einheiten in der Berliner Garnisonkirche oder auf dem Offizierskirchhof an der Linienstraße beigesetzt wurden. Als erste militärische Einheit wurde 1646 das Kürassierregiment Nr. 4 in Berlin stationiert. Infanterieregiment Nr. 1 1658 Kommandeure u.a. Hacke, Bornstedt, Kunheim, Koschembar, Glasenapp, Winterfeldt ,Wartensleben, Lattorf, Zeuner, Kalckreuth, Infanterieregiment Nr. 3 1742 ab 1743 Halle/Saale, Leopold Fürst von Anhalt-Dessau, Thadden Infanterieregiment Nr. 7 1714 Bredow, Karl Wilhelm von Infanterieregiment Nr. 13 1724 Dönhoff, Alexander Graf von (1722-1740), Schwerin, Philipp Bogislaw Rgt. genannt Schwarz-Schwerin (1746-1750 GK), Braun, Heinrich Gottlob von (1774-1794), Wylich und Lottum, Friedrich Wilhelm Graf von (1763-1774) Infanterieregiment Nr. 14 1734 Finck von Finckenstein, Albrecht Konrad von (1713-1736) Infanterieregiment Nr. 16 1742 Dohna, Christoph Graf von (1748-1762) Infanterieregiment Nr. 18 1698-1720, 1794-1795 Weiße Grenadiergarde Tettau, Daniel von (1703-1709) Gersdorff, David Gottlieb von (1709-1731), Derschau, Christian Reinhold von (1738-1742) Infanterieregiment Nr. 19 1738 Goetze, Karl Ludwig Bogislaw von (1794-1806) Infanterieregiment Nr. 23 1716 Forcade, Friedrich Wilhelm (1748-1765) Dohna, Christoph Graf von (1745-1748) Thüna, August Wilhelm von (1778-1786) Infanterieregiment Nr. 24 1724 Infanterieregiment Nr. 25 1729 Ramin Kalckstein Infanterieregiment Nr. 26 1716 Loeben, Curt Hildebrandt (1714-1730) Kleist, Henning Alexander von (1730-1749) Steinkeller Infanterieregiment Nr. 29 1741 Infanterieregiment Nr. 33 1742 General de la Motte Fouqué, Infanterieregiment Nr. 34 1740 Infanterieregiment Nr. 38 1740 Hager, Eberhard von (1783-1790) Infanterieregiment Nr. 39 1742 Infanterieregiment Nr. 40 1741 Kreytzen, Johann Friedrich von (1750-1759) Infanterieregiment Nr. 46 1743 KüR 4 1646 (als Dragoner-Garde, ab 1714 als Kürassiere), ) Schmettau, Johann Ernst (1758-1764), Arnim, Georg Christoph (1769-1785) Truchseß zu Waldburg, Karl Friedrich Ernst (1796-1800) KüR 10 1714 Gensdarmes, Natzmer ab 1691, Pannewitz (1739-1743), v.d.Goltz (-1747), Katzler (-1761), Oberst Graf von Schwerin (-1768), Krusemarck (-1775), Prittwitz (-1793), Elsner (ab 1793) KüR 13 1743 Garde du Corps Blumenthal, Hans August von (1747-1758) DR 7 1741 DR 12 1742 HuR 2 1730 HuR 4 1741 HuR 5 1742 Artillerieregiment Nr. 1 Dieskau ab 1762 Holtzendorff ab 1777 Dittmar ab 1785 Meerkatz ab 1792 Artillerieregiment Nr. 3 Holtzendorff ab 1776 Meerkatz, Joachim Wilhelm (gest. 1786), ab 1777 Tempelhoff ab 1795 Regiment reitende Artillerie 1805 Kadettenkorps Wilhelm Ernst Graf Finck von Finckenstein, Buddenbrock, Johann Jobst Heinrich Wilhelm von, (25.9.1707 - 27.11.1781, Garnisonkirche) |
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| 19.Jh. |
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